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Olaf & Angela
unterwegs vom 02.09.1992 bis zum 11.10.1992.
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Irland ist, wie sich bereits herumgesprochen hat, eine
wundervolle grüne Insel mit z.T. wirklich unglaublich
freundlichen Bewohnern. Unsere erste Begegnung mit
diesem Land hatten wir im Sommer 1992, als wir einen Monat
lang in Irland mit dem Fahrrad unterwegs waren. Die Reise
führte uns von Dublin zunächst nach Süden
in die Wicklow Mountains, von dort durchs Land bis an die
Westküste bei Galway, dann hinauf in den Norden,
auch ein wenig durch Nordirland, und wieder zurück
nach Dublin.
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Mit einem Fahrrad in
Dublin anzukommen, ist gar nicht so einfach. Ein riesiger
Kreisverkehr liefert die Anbindung vom Flughafen nach
Dublin, auf den großen Straßen in Richtung Stadt
ist Radfahren nicht erlaubt und man würde das auch
gar nicht wollen. Also lassen wir zunächst Dublin
aus und brechen direkt gen Süden auf,
in Richtung Wicklow Mountains. In diesen schönen
Bergen, wo Angela ihre erste unfreiwillige Paßquerung
unternimmt (auf Grund eines gut gemeinten Ratschlages einer
Irin, die wir nach dem Weg fragen), gibt es eine wundervolle
Heidelandschaft, in der sich offenbar Schafe sozusagen pudelwohl
fühlen. Und noch eine weitere Eigenart von Irland
bemerken wir hier bereits: Das ständig wechselnde
Wetter liefert stündliche Überraschungen, von
Sonnenschein bis Platzregen ist jederzeit alles möglich,
was uns auch so manchen Regenbogen beschert.
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 Inmitten
der Wicklow Mountains befindet sich Glendalough,
eine mittelalterliche Klosteranlage. Diese
Anlage besteht aus einigen Häusern und Ruinen, die
aus dem 7. Jahrhundert stammen. Sie ist wundervoll gelegen
in einem Tal (= Glen), in der Nähe eines stillen
Sees (= Lough). Erhalten ist noch ein Rundturm, der den
Bewohnern in Wikingerzeiten als Zufluchtsort diente.
Glendalough ist meiner Meinung nach einer der schönsten
Orte der Erde. Allerdings sollte man dringend darauf
achten, bereits vor (oder nach) dem riesigen Ansturm von
Reisebussen da zu sein, die insbesondere in Sommerzeiten
große Touristenmassen ausspucken. Sehr sehenswert sind
auch die wieder aufgebauten Häuser, deren
dicke, gedrungene Mauern ein schweres, gewaltiges Dach tragen,
das komplett aus Stein besteht. Sie erlauben einen Einblick
in die geringen technischen Möglichkeiten des frühen
Mittelalters, in dem es nicht möglich war, an die
Bauleistungen der früheren römischen Architektur
anzuknüpfen.
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Von Glendalough führt uns der Weg gen Westen ins
Landesinnere. Eine grüne Graslandschaft ist hier der
Begleiter der Reisenden, kleine Städtchen sind die
Heimat freundlichster Einheimischer, wohl nicht zuletzt,
weil nicht so viele gräßliche Touristen hier
vorbeikommen. Unsere Reise führt uns in Richtung Tullow,
wo uns die irische Gastfreundschaft ein erstes Mal
tief beeindruckt: Auf der Fahrt ächzt Angelas Fahrrad
mächtig unter dem Gewicht des Gepäcks
und bevor wir uns versehen,
ist mit einem "Pling" die erste Speiche gerissen. Da
wir keinen Ersatz dabei haben, versuchen wir noch ein
wenig weiter zu radeln, und wieder "Pling". Mit zwei
gerissenen Speichen wird es langsam schwierig, jetzt
müssen wir wohl schieben. In Tullow angekommen
fragen wir uns durch bis zum Fahrradladen, der im Wesentlichen
eine Garage eines Einfamilienhauses ist. Es ist Samstag
abend gegen 18:00 Uhr, da sind wir schon gespannt, wie es
wohl weitergehen wird. Uns öffnet eine freundliche
Frau, die uns erklärt, daß ihr Mann gerade
beim Fußballspiel ist und daher wohl erst morgen
(Sonntag!) Angelas Fahrrad ansehen könnte. Ob wir
denn schon wüßten, wo wir übernachten
würden. Wissen wir nicht, also werden wir obendrein
auch noch eingeladen: Wir sollten doch im Garten zelten,
dann können wir morgens gemeinsam frühstücken
und dann geht's ans Fahrrad. Wir sind wirklich platt,
diese Gastfreundschaft überrascht uns doch.
Für die Reparatur am nächsten Morgen will
der gute Mann dann auch noch kein Geld haben und nach
einem herzlichen Abschied radeln wir mit einem satten
Glücksgefühl weiter durch "unser" Irland.
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Ein anstrengender
Reisetag erwartet uns: Nicht das ständige Auf und Ab
der irischen Hügellandschaft macht uns zu schaffen,
sondern der Regen, der uns auf dem größten
Teil der rund 60 km langen Etappe nach Kilkenny
begleitet. Vor Carlow gibt es inmitten der Wiesen
eine der ältesten Sehenswürdigkeiten Irlands
zu sehen: Den Browns Hill Dolmen, dessen Deckplatte deutlich
mehr als 100 Tonnen wiegt. Ein erneuter Regenschauer
beendet unsere Rast dort und es geht weiter in die Stadt.
Eigentlich wollten wir in Carlow bereits
den Tag beenden, dort angekommen befinden wir jedoch,
dass uns dieses graue Städtchen nicht zum Bleiben
einläd (das Grau mag am Regen gelegen haben).
Die wenigen Kilometer nach Kilkenny sollten doch noch
zu schaffen sein und wir werden für diese Entscheidung
auch belohnt: Kilkenny ist wirklich hübsch.
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  Kilkenny ist
nicht nur die Heimat des leckeren Kilkenny Bieres, es
ist auch in anderer Hinsicht typisch irisch: Zum einen
gibt es eine riesige Kirche dort, die ein wenig
überdimensioniert erscheint, was jedoch im katholischen
Irland fast normal ist. Die Kirche ist trotzdem sehenswert,
zumal der Blick vom Kirchturm wunderschön ist.
Ebenso ist das Dachgebälk aus Holz reizvoll und bildet
in seiner Schlichtheit einen starken Gegensatz zu dem
sonstigen prunkvollen Interieur der Kirche.
Zum anderen bezeugt Kilkenny eindrucksvoll den ungezwungenen
Umgang der Iren mit ihrer Vergangenheit: Die von uns
anhand eines Stadtplanes gesuchte Ruine einer alten
Abtei finden wir erst, nachdem wir bereits zweimal direkt daran
vorbeigelaufen sind. Sie befindet sich nämlich direkt
auf dem Werksgelände der Kilkenny Brauerei und
liefert eine merkwürdige Kulisse für die
vielen Bierfässer, die hier auf dem Hof verladen werden.
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Literatur:
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Irland per Rad. Ein Fahrrad-Reiseführer. Wolfgang Kettler.
Verlag Wolfgang Kettler, Neuenhagen, 1991.
ISBN: 3-921939-37-2.
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Anregungen,
Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.
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