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Von Adelaide aus bin ich mit einem Mietwagen die Südküste
entlang gefahren. Der Weg führte zunächst durch den
seltsam anmutenden Coorong Nationalpark, dann weiter bis zum
Cape Bridgewater. Von dort bin ich dann die bekannte Great Ocean
Road entlang gefahren und habe bei diversen interessanten
Felsformationen und in einigen Regenwaldstücken Pausen
eingelegt. Die Karte zeigt die gesamte
Tour (die orangen Quadrate sind die wesentlichen Orte, die
Ortsnamen werden angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger
darauf zeigt).
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  Verlässt man
Adelaide in südliche Richtung und fährt
weiterhin an der Küste entlang, so gelangt man
schon bald in den Coorong Nationalpark. Hier gibt es eine
lange Halbinsel vor dem Festland, die einen Wall zum
Ozean bildet, so dass zwischen der Halbinsel und dem
Festland ein Stück geschützes, ruhiges Meer
existiert. In diesem Biotop gibt es einige Inseln, die
große Brutkolonien von Pelikanen beherbergen.
Auf dem Festland existieren Reste von einigen Salzseen.
Diese zeugen davon, dass das Land gelegentlich von Meerwasser
geflutet wird, welches dann wieder verdunstet. Eine besondere
Art von Algen bewirkt eine pinkfarbene Verfärbung
mancher Salzseen, ein wirklich phänomenaler Anblick.
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 Vom Coorong Nationalpark
aus bin ich immer an der Küste entlang weitergefahren,
bis ich gegen abend Cape Bridgewater erreicht habe. Diese
Spitze einer Halbinsel ist (zumindest außerhalb
der Hochsaison) ein einsamer Ort, windgepeitscht schlagen
unten die Wellen an den Fels, oben auf den Klippen halten
sich einige spärliche Pflanzen fest, Regen ist hier
auch kein seltener Gast. Als ich ankomme, sind bereits zwei
Holländer mit ihrem Wohnmobil hier, ich nutze die
Größe meines Kombis, in dem ich ganz ausgestreckt
liegen kann. Im leichten Nieselregen koche ich mir noch
Spaghetti, die Sonne verschwindet mitlerweile ganz und
schlagartig ist es dunkel in dieser Gegend. Eine wundervolle,
einsame Übernachtung mit dem gewissen "Ganz weit draußen"
Gefühl.
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 Am nächsten Morgen
schaue ich mir noch den Petrified Forest an,
der nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt ist. Hier
sind tatsächlich nicht Bäume versteinert worden,
sondern ihre äußere Form. Vermutlich wurde Muschelsand
vom Meer hier heraufgeblasen, der sich um die Bäme ansammelte
und sich an ihren Stämmen verfestigte. Die Bäme
starben irgendwann und verrotteten, übrig blieb nur ihr
Sandsteinmantel. Leider haben die meisten der Röhren
schon ziemlich gelitten, nicht zuletzt wohl unter der
Souvenirnachfrage der Touristen...
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  Von Cape Bridgewater
geht es weiter an der Küste entlang nach Osten.
die Portland Bay lasse ich ebenso hinter mir wie die
Orte Port Fairy und Warnambool, dann beginnen die Attraktionen
der Great Ocean Road. Von der Straße gibt es
alle paar Minuten eine Abzweigung Richtung Küste,
die erste Attraktion hier ist der Bay of Islands
Nationalpark.
In der Bucht gibt es tatsächlich Inseln, manche
ragen wie hohe, dünne Pylonen aus dem Meer.
Der Tag heute ist grau, regnerisch und stürmisch
und gibt einen guten Eindruck von den Mächten der
Natur, die hier walten. Kein Wunder, dass man den
Küstenstreifen hier Shipwreck Coast
nennt.
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  Der nächste
Nationalpark lässt nicht lange auf sich warten,
zum Port Campbell Nationalpark gehören
die schönsten Attraktionen der Great
Ocean Road. Die erste davon ist The Grotto,
hier hat säurehaltiges Wasser den Sandstein
aufgeweicht, so dass zunächst ein Loch entstanden ist,
aus dem im weiteren Verlauf auch ein Durchbruch zum Meer
herausgespült wurde. Sehr malerisch. Ein Stück
weiter die Straße entlang folgt London Bridge,
die tatsächlich Ähnlichkeit mit einer Brücke
gehabt hat. Das Meer hat hier eine Landzunge an zwei
Stellen unterspült, so dass Brückenbögen
entstanden sind. Der Bogen zum Festland hin stürzte
1990 ein, so dass London Bridge nur noch einen Bogen
besitzt. Auf London Bridge befanden sich während
des Einsturzes des Bogens zwei Personen, die sich plötzlich
auf einer Insel gefangen sahen. Die werden sicherlich ein ziemlich
mulmiges Gefühl gehabt haben...
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  Ein weiteres Highlight der
Strecke ist die Loch Ard Gorge. Es handelt sich
hierbei um eine Bucht mit steilen Hängen, der Name
Loch Ard stammt von einem Schiff, das hier
1878 Schiffbruch erlitt, wobei nur zwei der 54 Besatzungsmitglieder
überlebten. Am Rande der Bucht gibt es einige
spannende Dinge zu sehen, so entstehen an den Überhängen
der Steilwände Stalagtiten, an anderen Stellen hat das Meer
eine Höhle aus dem Fels gewaschen. Und über allem
das lautstarke Rauschen der Wellen, die an den Wänden
der Bucht entlang rollen. Einige Meter weiter gibt es noch eine
weitere Bucht dieser Art, Thunder Cave und
The Blowhole, ein tiefes Loch, das durch einen
Tunnel mit dem Meer verbunden ist, so dass hier Wellen
machtvoll hineinrollen können.
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  Wieder schwinge ich mich
ins Auto und fahre nur eine viertel Stunde, dann komme
ich zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten
Australiens: Hier stehen die Zwölf Apostel,
vom Meer umspülte Überbleibsel des Festlandes, die
als Felsnadeln emporragen. Der Anblick ist ziemlich
ähnlich wie bei der Bay of Islands, sehr schön, aber
sicher nicht schöner als all die anderen Buchten und
Felsformationen der Great Ocean Road. Es ist also empfehlenswert,
keine der eintägigen Bustouren von Melbourne zu den
Twelve Apostels zu buchen: Die kehren nämlich genau
hier schon wieder um, ohne Loch Ard Gorge, London Bridge
und all die anderen besucht zu haben.
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 Nach all diesen felsigen
Sehenswürdigkeiten geht es nun ein Stück weiter
zu Landschaften ganz anderer Art: Die Straße verläuft
weiter im Landesinneren, sie führt in ein Regenwaldgebiet.
Ich nehme den Abzweig zum Melba Gully, einer feuchten Niederung,
durch die ein schöner Wanderweg führt. Hier gibt es
vor lauter Feuchtigkeit dauernden Nebel, beinahe mystisch tauchen
große Farne aus dem Dunst auf. Der Wald hier sieht
wirklich sehr urtümlich aus, tatsächlich wurden
hier in der Umgebung auch Fossilien von Dinosauriern
gefunden (wobei diese sicherlich nicht zwischen Eukalypten
umherwanderten). Auf der Runde gibt es
auch den Big Tree zu sehen, einen etwa 300 Jahre
alten Otway Messmate Baum.
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 Der letzte Nationalpark
auf dem Weg ist der Otway Nationalpark. Die Otway
Ranges, eine gebirgige Landschaft, sind vollständig
von Wald bedeckt. Auch hier führt ein Wanderweg
in den Regenwald hinein, der Maits Rests Rainforest Walk.
Farne dominieren hier die Vegetation, große Baumfarne
werden hier einige Meter hoch. Nach einer Wanderung durch
leichten Nieselregen bin ich dann doch recht froh wieder im
Auto zu sitzen. Die Straße führt aus dem Feuchtgebiet
heraus, Eukalyptusbäume sind nun vorherrschend. Und
hier kommt am Ende meiner Great Ocean Road Tour noch eine
schöne Überraschung auf mich zu: An einigen
Stellen haben neugierige Touristen schon ihre Autos an der
Straße abgestellt: Koalas sitzen hier in den Bäumen.
Somit sehe ich die putzigen Tiere doch auch noch einmal
dort, wo sie hingehören: In der Wildnis. Sehr gemächlich
bewegen sie sich, langsam kauen sie Eukalyptusblätter,
Langsamkeit ist die Maxime der Koalas.
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Und nach diesen ganzen Sehenswürdigkeiten
rausche ich den Rest der Great Ocean Road entlang, die
hier endlich ihren Namen zu Recht trägt: Sie führt
direkt am Steilufer entlang und bietet wundervolle Ausblicke
über das Meer. Ich bin allerdings schon ganz schön
gesättigt mit schönen Eindrücken und düse
so schnell wie möglich in Richtung Melbourne. 1100km
habe ich in diesen zwei Tagen zurückgelegt, sehr viel
gesehen, eine wundervolle Tour. In Melbourne beginne ich,
meine Rückreise nach Deutschland zu organisieren, ein
Fahrradkarton muss her, damit mein Bike wenigstens halbwegs
unversehrt ankommt, das große Packen beginnt so langsam.
Die letzten Tage in Melbourne verbringe ich mit Shoppen,
in Cafés und im besten Hostel der Welt, ich unternehme
noch etwas mit Evelyn, die noch hier weilt, bevor es sie nach
Tasmanien zieht. Und am 13. Dezember ist es dann soweit:
Es geht mit dem Bus zum Flughafen und dann zurück.
Nach zweieinhalb Monaten endet meine Reise, und irgendwie
fühlt sich das auch gut an: Ich habe so viel gesehen
in diesen Tagen, das alles muss nun erst einmal in Ruhe
einsinken...
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Hier endet die Reise, also
geht es nur noch zurück
zum Abschnitt über
Adelaide.
Oder aber nach oben zum Überblick.
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Literatur:
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Australien. Anne Dehne. Stefan Loose Verlag, Berlin, 2001.
ISBN: 3-922025-58-7.
Australia Road Atlas. Lonely Planet Publications Pty Ltd,
Footscray, Victoria, Australia, August 2000.
ISBN: 1-86450-065-4.
Cycling Australia. Lonely Plane Publications Pty Ltd,
Footscray, Victoria, Australia, April 2001.
ISBN: 1-86450-166-9.
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Anregungen, Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.
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