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Von Bairnsdale bin ich mit dem Zug bis nach Trafalgar gefahren,
wo nach einigen Minuten des Wartens Jana mit dem Wagen aufkreuzte,
um mich einzuladen. Unglücklicherweise war der Wagen
nicht gerade sehr groß ausgefallen, mein Fahrrad musste
also ein wenig zerlegt werden, um hineinzupassen, aber auch
das ließ sich natürlich machen. Wir sind dann
zunächst in Richtung Süden gefahren, die Halbinsel des
Wilsons Promontory Nationalpark war unser
erstes Ziel. Danach führte unser Weg nach Philipp Island
und dann weiter in den Nordosten von Melbourne, in das
wunderschöne Yarra Valley, einem Tal, in
dem es noch alte Regenwaldgebiete gibt. Und dann ging's
hinein nach Saint Kilda, einem Vorort von Melbourne, wo wir
den Mietwagen wieder abgeben
mussten. Die Karte zeigt unsere gesamte
Tour (die orangen Quadrate sind die wesentlichen Orte, die
Ortsnamen werden angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger
darauf zeigt).
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Als wir von Trafalgar aus
losdüsen, ist es schon spät nachmittags, also
kümmere ich mich schon einmal telefonisch um eine Unterkunft,
während Jana am Steuer den Kurs nach
Süden einschlägt:
Der Nationalpark Wilsons Promontory ist unser
Ziel. Im Ort Fish Creek, wenige Kilometer vor dem Nationalpark,
reserviere ich ein Zimmer, offenbar in einem etwas
heruntergekommenen Pub. Aber was solls, wir kriegen trotz der
abendlichen Stunde noch eine riesige Portion Pommes Frites
mit drei verschiedenen Saucen, die Zimmer sind durchaus ok,
wenn auch ziemlich alt, aber aus Mangel an Alternativen würde
man ohnehin nicht besser unterkommen und der Erlebniswert des
Hauses ist wirklich groß: Sieht auch alles ein wenig
ungepflegt aus, die Leute dort sind echte Schätze!
Am Morgen wird extra für uns noch ein Kaffee gekocht und
auf's Zimmer gebracht, echter Luxus. Und dann brechen wir auch
schon auf zum "Wilsons Prom".
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 Die ersten
Verkehrsschilder weisen bereits darauf hin: Hier gibt es
Känguruhs und Wombats. Und kaum fahren wir in den
Park hinein, läuft uns das erste Wombat auch schon
über den Weg: Es sitzt gemütlich am Straßenrand
und futtert und lässt sich dabei auch durch unsere Anwesenheit
nicht stören. Die Zufahrt in den Park führt
zunächst durch eine große, teils bewaldete Ebene,
dann erst kommt man in die typische Prom-Landschaft: Es wird
felsig.
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 Wir fahren bis Tidal
River, wo sich ein riesiger Zeltplatz, ein Visitor Center und
einige Parkplätze befinden. Dort gibt es erst einmal ein
zünftiges Frühstück, wobei uns einige gefiederte
Freunde Gesellschaft leisten, die es auf unser Essen abgesehen
haben. Wir beginnen eine Wanderung, die uns an der Westküste
entlang führt und gelangen von der Norman Bay an die Little
Oberon Bay und weiter an die Oberon Bay selbst. Die Küste
selbst ist geprägt von leuchtend orangen Felsen, die
Farbe stammt von den Krustenflechten, die auf dem Stein wachsen.
Von der Oberon Bay gelingt
es uns leider nicht, den Rundweg durch das Landesinnere zu
erreichen, der hohe Wasserstand im Fluss und der ständige
Regen lassen uns umkehren. Etwas geschafft und durchnässt
erreichen wir wieder den Parkplatz und düsen wieder
hinunter von der Halbinsel.
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Wir fahren die Küste
entlang nach Westen und suchen uns eine Unterkunft auf Philip Island.
Diese Insel ist bekannt für ihre Penguin Parade,
jeden Morgen watscheln tausende kleiner Pinguine über den
Strand ins Meer, abends geht es wieder zurück. Morgens
um 5:00 klingelt zwar unser Wecker, aber wir beschließen,
bei dem aktuellen Regenwetter lieber noch ein wenig zu schlafen
und nicht zu den Pinguinen zu fahren. Das ist wohl auch ganz
gut so, denn im Laufe des Vormittags kommen wir noch an diesen
Platz: Alles ist abgesperrt, um den Touristen auch ja noch
ein Eintrittsgeld abzunehmen, unglaublich viele Reisebusse
schaufeln Menschenmassen herbei, das ist nichts für uns.
Wir fahren noch kruz zu den Nobbies, der felsigen
Westküste der Insel, doch bei Regenwetter reizt uns auch
dieser Anblick nicht.
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Wieder auf
dem Festland fahren wir gen Norden ins Yarra Valley,
einer sehr schönen, bewaldteten Landschaft, die
viele Melbourner gerne als Ausflugsziel aufsuchen.
Hier stehen noch sehr viele alte Bäume, in dunklen
Ferngullys (also kleinen Niederungen) wachsen riesige
Baumfarne, eine sehr beeindruckende Gegend. Der erste
Ort, den wir anlaufen, ist Warburton, ein
Städtchen, das nur aus kleinen Häusern mit
gemütlichen Cafés zu bestehen scheint.
Der erste Anblick täuscht nicht: Warburton ist
eine Bastion der englischen Kultur. Somit können
wir gar nicht anders und genießen eine Teatime
mit Scones.
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 Wir fahren eine
große Runde durch das Yarra Valley, von Warburton im
Osten geht es bis nach Maryville in den Norden, von dort westlich
wieder hinunter bis nach Healesville. Die Straße führt
dabei durch wundervollen Regenwald, überall laden
Wanderwege dazu ein, die Landschaft etwas näher zu
erkunden. In Healesville sind wir denn auch wieder so hungrig,
dass eine Pizza den Weg in unseren Magen finden muss, um
dem akuten Verhungern entgegenzuwirken. Im Dunkeln fahren
wir dann nach Melbourne, wobei mir die Aufgabe des Navigators
zufällt: Nicht ganz leicht, anhand eines groben
Übersichtplanes und unglaublich vielen Detailkarten
unseren Weg zu verfolgen und die richtige Richtung anzusagen,
aber es klappt doch auf Anhieb. Wir erreichen Saint Kilda,
einen schönen Bezirk von Melbourne, ursprünglich
ein mondäner Badeort. Das beste Hostel der Welt
(welches wird nicht verraten) empfängt uns mit offenen
Armen...
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Auf der nächsten Seite
folgt die Fortsetzung dieser Reise, oder es geht zurück zum Abschnitt über die
australischen Alpen.
Oder aber nach oben zum Überblick.
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Literatur:
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Australien. Anne Dehne. Stefan Loose Verlag, Berlin, 2001.
ISBN: 3-922025-58-7.
Australia Road Atlas. Lonely Planet Publications Pty Ltd,
Footscray, Victoria, Australia, August 2000.
ISBN: 1-86450-065-4.
Cycling Australia. Lonely Plane Publications Pty Ltd,
Footscray, Victoria, Australia, April 2001.
ISBN: 1-86450-166-9.
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Anregungen, Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.
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