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 Im Gegensatz zu Cairns ist Townsville
eher eine Stadt nicht nur für Touristen, sondern auch für
Einheimische. Ich habe mich dort im Reef Lodge Hostel einquartiert
und bin 5 Tage dort geblieben. Zunächst einmal nur
organisatorisches erledigt (Bilder auf CD brennen, Shopping),
am nächsten Tag gings dann ins Billabong Sanctuary,
das sich südlich außerhalb der Stadt befindet.
Mein Reiseführer hat das zwar als einen sehr gut gemachten
Zoo gepriesen, aber im Endeffekt ist es halt doch wieder
nur ein Zoo: Tiere gehören einfach in die freie Wildnis.
Hier werden die Vorführungen der Krokodile vielleicht
nicht so reißerisch gestaltet wie anderswo, aber ein
normales Leben führen die Tiere hier auch nicht.
Alle halbe Stunde gibt es eine Veranstaltung, in der man
entweder Koalas oder Wombats oder Schlangen oder kleine
Alligatoren streicheln kann. Und die Gehege sind nach wie
vor klein im Verhältnis zu der Beweglichkeit der
Tiere in der Freiheit. Anyways, immerhin habe ich hier
einige sehr schöne Fotos machen können und
Krokodile habe ich in der Wildnis nicht gesehen.
Am spannendsten fand ich jedoch die Kolonie von Flughunden,
die hier offenbar freiwillig lebt. Die hängen
tagsüber in den Bäumen, streiten sich gelegentlich
um die besten Plätze und düngen hin und
wieder den Boden (oder die Touristen, die unter den
Bäumen entlanggehen).
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Am zweiten Tag mache ich den einzigen
Ausflug in die weitere Umgebung von Townsville: Ich setze
über auf Magnetic Island und fahre dort ein wenig
mit dem Fahrrad.
Die Karte zeigt die Umgebung von Townsville
(die orangen Quadrate sind Orte, die Ortsnamen werden
angezeigt, wenn man mit dem Mauszeiger darauf zeigt).
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 Gleich
früh morgens bin ich mit der Fähre hinüber zur Insel,
mit dem Fahrrad kann man die Magnetic Island wunderbar erkunden.
Ich radel zunächst bis nach Picnic Bay und entschließe
mich dort, die Piste bis zum Westpoint zu fahren.
Dies entpuppt sich als sehr gute Idee, denn der Weg ist
völlig menschenleer und führt zwischen Eukalyptuswald
auf der Landseite und Mangroven auf der Seeseite durch
die malerische Landschaft. Kurz vor dem Ziel weist ein
Schild und ein einsamer Grabstein auf die Quarantänestation
hin, die sich hier einst befunden hat um Einwanderer
zunächst aufzunehmen. Dann erreiche ich den einsamen
Strand am Westpoint, eine merkwürdige Ruhe umgibt
diesen Ort (sonst sind Strände doch immer stark
bevölkert)...
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 Nach
kurzer Rast geht es wieder zurück,
wobei mir erst auf dem Rückweg einige der sehr bizarren
Felsformationen hier auffallen. Da gibt es pilzförmige
Felsen, große Kugeln, von denen sich Teile wie
eine Mandarinenschale ablösen, alle bewachsen mit
herrlichen Flechten. Nach einigen kleinen Exkursionen
zu Fuß am Straßenrand gelange ich letztendlich
wieder nach Picnic Bay, wo ich erst einmal einen riesigen
Obstsalat verzehre. Dabei verschlechtert
sich das Wetter merklich, es fängt an zu regnen.
Also radel ich nur noch zurück zum Fähranleger
und mache mich auf den Rückweg nach Townsville.
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Und eigentlich sollte es dann am dritten Tag wieder auf
große Fahrt gehen. Ich bin früh morgens
in Townsville aufgebrochen, um die rund 100km bis nach
Ayr zu radeln, in drei Tagen wollte ich in Airlie
Beach sein, weil dann der gebuchte Segeltörn
startet. Aber nach 50 flachen Kilometern auf dem
Highway schleift mein Vorderrad merklich an der Bremse,
und siehe da: Diesmal ist es also das Vorderrad, das
sich ebenfalls mit einem Riss im Felgenrand meldet
(wie schon ein paar Tage zuvor das Hinterrad).
Das kommt reichlich ungelegen, da ich gerade sowohl
50km von Townsville als auch 50km von Ayr entfernt
bin. Aber ich warte keine 5 Minuten, dann kommt Pam
mit ihrem Pickup angebraust (die Australier nennen
solche Fahrzeuge übrigens "Ute"). Sie will nach
Ayr, also nimmt sie mich kurzentschlossen mit, mitsamt Bike
und Gepäck. Sie hat hier in der Nähe eine
Wurmfarm, wo Würmer gezüchtet werden für
Komposter und umweltfreundliche Toiletten, es ist schon
erstaunlich, womit man seinen Lebensunterhalt verdienen
kann. In Ayr stelle ich dann fest, dass die Fahrradläden
allesamt keine 28er Felgen haben. Was bleibt mir
übrig? Ich fahre mit dem nächsten Bus zurück
nach Townsville, frage vorher schon mal per Telefon an,
ob die auch eine passende Felge haben, und bin dann
sogar noch rechtzeitig genug da, damit die mir die Felge
gleich einspeichen können.
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Das Ende vom Lied: Es
ist 18:00 Uhr und ich sitze wieder in Townsville. Und
mache dann auch gleich eine Probefahrt, hoch auf den
Castle Hill, einen Berg am westlichen Rand von Townsville.
Es führt eine asphaltierte Straße bis nach
oben hinauf, eine nette sportliche Herausforderung.
Das denken offenbar auch andere: Eine Volkswanderung
von Joggern, Spaziergängern und Radfahrern begibt
sich zum Sonnenuntergang auf den Castle Hill. Selbst einige
Sportstudenten sind hier gerade im Training. Wenn man dann
oben angekommen ist, wird man mit einem wunderbaren Blick
über die Stadt auf's Meer belohnt, Magnetic Island
ist ebenfalls gut zu sehen. Der Weg hinunter ist ein wahres
Vergnügen, leider muss man öfters in die Bremsen
gehen, es gibt ja auch noch Autos, die einem hier entgegen
kommen.
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 Da ich es per
Bike nicht mehr rechtzeitig nach Airlie Beach schaffen
kann, werde ich Bus fahren und habe somit noch einen
Tag in Townsville. Ich mache eine Radtour am Ross
River entlang, wo auf beiden Seiten ein hervorragender
Fahrradweg existiert. Es gibt nette Ausblicke auf
den Fluß und die üppige Vegetation am Ufer,
an manchen Orten gibt es Seile in den Bäumen
um sich beim Baden ins Wasser zu schwingen. Ich bleibe
auf meinem Fahrrad und steige nur ab, um dem Palmetum
einen Besuch abzustatten. Das Palmetum ist ein Palmengarten,
im Grunde genommen ein schöner botanischer Garten.
Einzelne Wegabschnitte wurden unterschiedlich gestaltet
und tragen offenbar die Namen der Sponsoren, eine
nette Idee. Inmitten der unzähligen Palmen und
anderen tropischen Pflanzen fühlen sich offenbar auch
einige Libellen sehr wohl, sie lassen mich erstaunlich
dicht heran, um Fotos zu machen.
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 Und bevor
ich an meinem letzten Townsville-Tag in den Bus nach Airlie
Beach steige, statte ich dem Reef Headquarter einen
Besuch ab. Das Reef HQ ist ein großes Aquarium,
das eine Besonderheit aufzuweisen hat: Es präsentiert
ein lebendiges Stück Korallenriff. Es werden also
die Meeresbedingungen mit großem Aufwand simuliert,
so dass die Korallen sich hier wohlfühlen und
auch vermehren (das ist in den meisten Aquarien nicht
der Fall). Hierfür wird Sonnenlicht in das
Aquarium gelassen, an heißen Tagen muss dann
wiederum gekühlt werden (da das Aquarium sich
doch deutlich schneller aufheizt als der riesige
Ozean), Wellenbewegungen müssen erzeugt werden
etc. Alleine die Technik ist schon sehr interessant,
noch spannender sind allerdings die Bewohner.
Man kann sogar Seesterne und Seegurken anfassen
(die eine recht merkwürdige, rauhe Haut haben),
Dornenkronen, Seepferdchen, Haie und diverse weitere
Riffbewohner sind hier zu Hause. Viel zu kurz ist meine
Zeit, bevor ich mit meinen ganzen Sachen zum Bus
muss.
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Auf der nächsten Seite
folgt die Fortsetzung dieser Reise, oder es geht zurück zum Abschnitt über Cairns.
Oder aber nach oben zum Überblick.
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Literatur:
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Australien. Anne Dehne. Stefan Loose Verlag, Berlin, 2001.
ISBN: 3-922025-58-7.
Australia Road Atlas. Lonely Planet Publications Pty Ltd,
Footscray, Victoria, Australia, August 2000.
ISBN: 1-86450-065-4.
Cycling Australia. Lonely Plane Publications Pty Ltd,
Footscray, Victoria, Australia, April 2001.
ISBN: 1-86450-166-9.
Weitere Literaturverweise und Links gibt es in den
Seiten zu den einzelnen Orten, die im Text verlinkt sind.
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Anregungen, Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.
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