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Cairns im Nordosten Australiens war das
erste Ziel meiner Australienreise. Die Reise dorthin war
bereits das erste Abenteuer, allerdings eines der Art,
bürokratische Hindernisse und ewige Flugzeiten
zu bewältigen. Zunächst musste das Problem
des Fahrradtransports gelöst werden: 20kg Freigepäck
sind einfach zu wenig. Daher bin ich mit Air New Zealand
den Umweg über die USA geflogen. Dies bedeutet zwar
einen signifikanten Umweg (die Anreise über Asien
ist deutlich kürzer), jedoch sind Amerikaner offenbar
die Weltmeister im Gepäckmitnehmen, 2 Gepäckstücke
mit jeweils 32kg dürfen mitgenommen werden (plus
Handgepäck). Nachdem meine Eltern mich am Flughafen
abgeliefert hatten und ich erfolgreich eingecheckt hatte,
ging der zermürbende Teil los. Flug nach London,
Flug nach Los Angeles, dort offizielle Einreise (obwohl
das ein Transitflug ist), dann weiter nach Auckland. Beim Flug
nach Neuseeland überquert man die Datumsgrenze, also
ist es gleich zwei Tage später, wenn man dort ankommt.
Und dann noch weitere 5 Stunden bis nach Cairns, am
28.09. gegen Mittag trudel ich auf dem Flughafen ein.
Das macht etwa 37 Reisestunden, davon rund 26 über
den Wolken.
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Dann beginnt es wieder einmal etwas
unerwartet: Mein ganzes Gepäck, bestehend aus
5 Fahrradtaschen und einem Rucksack, ist zwar da,
nicht jedoch das Fahrrad! Somit ist es etwas schwierig,
das ganze Zeugs zum nächsten Campingplatz
zu schaffen, wie ich ursprünglich vorhatte.
Also doch ab in den Shuttle-Bus in die Stadt und ein
Hostel ausfindig machen. Das ist allerdings in Cairns
eine leichte Übung: Kaum eine Stadt in Australien
ist so auf Touristen eingestellt wie Cairns. Dutzende
Hostels direkt an der Esplanade, ebenso wie hunderte
Restaurants und Tourveranstalter. Gibt es hier überhaupt
richtige Einwohner? Auf dem Weg zu Hostel lerne ich
gleich noch vier deutsche Mädels kennen, mit denen
ich in den nächsten Tagen einige Dinge gemeinsam
unternehme. Nach einer Dusche geht's erst einmal einkaufen,
auch die Gaskartuschen für meinen Kocher sind leichter
zu beschaffen als gedacht. Dann noch etwas Reiseplanung
und gemeinsam gehen wir fünf dann noch essen. Sehr
gutes Seafood gibt es hier, ich probiere die Seabugs,
herrlich große Garnelen, sehr lecker.
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 Am
nächsten Tag entfliehe ich
gleich morgens der Stadt: Green Island,
ein echtes Korallenatoll im Great Barrier Reef,
ist mein Ziel. Die Insel ist schon sehr kommerzialisiert,
riesiger Bootsanleger, befestigtes Ufer, ein
Resort mit Cafés und dem obligatorischen Krokodil-Park
und ein
Hubschrauberlandeplatz. Ein Wanderweg führt in den
unberührten Teil der Insel, der Nationalpark ist
wirklich sehr schön, tropischer Regenwald und
ein malerischer, menschenleerer Strand machen die
Inselumrundung zu einem Erlebnis. In den Korallenfelsen
hier leben einige Krebse, die jedoch recht scheu sind,
eine Herausforderung für die Geduld des Photographen.
Zurück auf
der Anlegerseite lockt der Badestrand, ebenso kann man
mit dem Glasbodenboot über das Riff düsen,
um wenigstens einen Teil der Unterwasserwelt zu sehen.
Gegen Mittag fahre ich dann wieder mit der Fähre zurück.
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 Wieder
in Cairns statten wir dem
botanischen Garten einen Besuch ab, der außerhalb
des Zentrums im Norden von Cairns liegt. Der Garten ist
wirklich sehr sehenswert, schön gemacht und
sehr informativ. Es gibt auch einen Rainforrest-Walk,
auf dem man durch verschiedene Arten von Regenwald
spazieren kann, ebenso existiert ein langsam fließender
Fluss, an dem man kleine Schlammspringer am Ufer zwischen
den Wurzeln der Mangroven sehen kann. Ein Ausflug hierhin
lohnt sich wirklich. Nebenan wurden einige große
Tanks aus dem 2. Weltkrieg umgenutzt, sie beinhalten
jetzt eine Ausstellung moderner Kunst und ein Theater,
eine sehr surreale Anlage inmitten der tropischen
Bäume.
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Am
nächsten Tag ist mein
Fahrrad immer noch nicht eingetroffen, so dass
ich einen weiteren Tag in Cairns bleiben muss.
Langweilig ist es noch lange nicht, ich fahre
wieder zum botanischen Garten, diesmal schaue
ich bei den beiden Seen hier vorbei (ein Salzwasser-
und ein Süßwassersee), auch hier eine
wundervolle Landschaft. Einige Fotos später
wandere ich die Wanderwege hoch zum Mount Whittfield,
ein Pfad führt hier durch dichten tropischen
Regenwald, eine schöne, einsame Wanderung
bei dem heutigen Nieselregen (da merkt man gleich,
woher der Name REGENwald stammt). Hier oben sichte
ich auch mein erstes Känguruh, eines jener
kleinen Geschöpfe, die im Dickicht des Waldes
leben. Zwei große Kröten und einige
Kolonien von grünen Ameisen runden das Naturerlebnis
ab.
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Am nächsten Tag ist es dann
endlich soweit: Mein Fahrrad trudelt im Hostel ein.
Der Karton ist zwar heftig ruiniert, aber erstaunlicherweise
ist das Fahrrad trotzdem völlig unversehrt. Also
Fahrrad zusammengesetzt, Taschen ran und los geht es.
In den nächsten Tagen werde ich zunächst
an der Küste entlang nach Norden zum Cape Tribulation
radeln. Danach geht's zurück bis kurz vor Cairns,
wo die Runde ins Atherton Tableland beginnt, einem
schönen Hochlandplateau. Diese Tour macht einen
weiten Bogen ins Binnenland, um dann südlich von
Cairns wieder an die Küste zu stoßen.
Die folgende Karte zeigt die Tour (die orangen Quadrate
sind Orte, die Ortsnamen werden angezeigt, wenn man
mit dem Mauszeiger darauf zeigt).
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 Das Radfahren mit
vollem Gepäck ist doch jedes mal wieder stark
gewöhnungsbedürftig, das ganze Fahrrad ist zuerst
superwackelig, nach 500m hat man sich zumindest soweit
daran gewöhnt, dass das Bike halbwegs unter Kontrolle
ist. Zunächst geht es direkt auf den Highway, nach
einigen Kilometern gibt es einige Abzweigungen zu den
Stränden in Cairns Norden. Bei Palm Cove mache dann
auch ich einen neugierigen Abstecher zum Meer, hier stehen
wirklich schöne Häuser, die Reichen geben
sich hier ein Stelldichein. Nach einer kurzen
Stippvisite geht's weiter, bald schon verläuft der
Highway direkt am Ufer entlang, wo sich ein schöner,
menschenleerer Strand an den nächsten reiht. An einigen
mache ich kurze Rast, erstaunlich, dass die Leute hier nicht
in Massen im Sand liegen... An einer Stelle geht der
Sandstrand in eine Mangrovenlandschaft mit vorgelagerten
Sandbänken über, ein wundervoller Anblick.
Der einzige Wermutstropfen sind die vielen toten
Känguruhs, die am Straßenrand liegen, mindestens
4 zähle ich alleine an diesem Tag...
Nach 62km folgt dann der Abzweig nach Port Douglas, nach
72km bin ich am Ziel. Mein Zelt findet seine Heimat auf
dem "Tropical Breeze" Campingplatz, es folgt eine heiße
Dusche, um wieder einen Menschen aus mir zu machen.
Dann wird der Supermarkt geplündert, bevor ich einen
Blick auf den 4-Mile-Beach und ins Stadtzentrum werfe.
Port Douglas ist wundervoll auf einer Landzunge gelegen,
auf beiden Seiten gibt es schöne Strände. Am
nördlichen Ufer steht die Kirche St. Mary at the Sea,
deren Altarbild einfach nur ein Fenster ist, das den Blick
auf das dahinterliegende Meer freigibt. Eine wundervolle
Idee, was für ein Südseezauber!
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 Am nächsten Tag
geht es gleich weiter nach Norden, Cape Tribulation ist mein
Ziel. Morgens früh gleich los, um der sengenden
Hitze noch ein wenig zu entgehen. Gegen Mittag wird's
heftig, mit Socken schütze ich meine Handrücken
vor dem Verbrennen, ein Tuch unterhalb des Helmes schützt
meinen Nacken und die Ohren vor der senkrechten
Sonneneinstrahlung. Wahrscheinlich ein merkwürdiger
Anblick für die Australier, die im Auto an mir
vorbeidüsen. Die Landschaft wandelt sich ein wenig,
viele Zuckerrohrfelder und einige Bananenplantagen säumen
die Straße, nirgendwo gibt es hier schattenspendenden
Regenwald. Das ändert sich schlagartig, als ich den
krokodilreichen Daintree River erreiche:
Nach der Überfahrt mit der Fähre landet man
direkt im Wald. Das ist zunächst sehr angenehm, nach
einer kurzen erholsamen Fahrt beginnt jedoch der
Anstieg zum Alexandra Lookout. 400 steile Höhenmeter sind
zu bewältigen, die Hitze ist ebenfalls nicht gerade
hilfreich. Den letzten Kilometer schiebe ich mein Rad,
noch bin ich einfach nicht fit genug für diesen
Berg. Dafür entlohnt mich oben der Ausblick über
das Meer, ein erhabenes Gefühl. Von nun an geht's
fast nur noch bergab, im dichten Regenwald raschelt es
oftmals, wenn einige Tiere sich bei meinem Anblick
verkrümeln. Insbesondere überrasche ich einen
knapp 2m langen Goana, ich hatte gar nicht damit gerechnet,
dass diese Echsen hier so groß werden!
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 Dann bin ich endlich am heutigen
Etappenziel angelangt: Dem Noah Head Zeltplatz direkt
im Nationalpark. Zu meiner Überraschung zelten
auf diesem Minimalzeltplatz keine naturverliebte
Einzelgänger, sonder nur ganze Familien mit
riesigen Vans, Zeltanhängern und sogar portablen
Duschen. Eigentlich bin ich etwas enttäuscht,
aber das gibt sich sofort, als meine Nachbarn mir
sowohl eine Dusche als auch ein eiskaltes Bier aus dem
Kühlschrank anbieten. Der Zeltplatz ist nur wenige
Meter vom Strand entfernt, der hier auch recht
menschenleer ist. Endlich bin ich richtig draußen
in der Natur, eine schöne Nacht im Zelt liegt vor mir.
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 Am nächsten Morgen fahre ich
zum nahegelegenen Maardja Boardwalk, einem Naturlehrpfad
durch den Regenwald und die Mangrovensüpfe.
Nach einer sehr lehrreichen Stunde radel ich dann endgültig
weiter zum Cape Tribulation, wo ich nördlich der
Landzunge eine Weile am Strand verbringe. Dann versuche
ich mich noch etwa zwei Stunden am Bloomfield Track,
der ungeteerten Trasse, die von hier aus nach Norden in
Richtung Cooktown führt. Aber bei dem jetzigen
Zustand der Strecke, den heftigen Steigungen und
mit meinem ganzen Gepäck ist das einfach nicht
zu machen. Schade eigentlich, ich habe also den nördlichsten
Punkt meiner Reise bereits erreicht...
Zurück am Ferienresort am Cape Trib treffe ich einen
deutschen Radler, mit dem ich ein wenig Klöne. Axel
ist auch von Cairns hierher geradelt und will in ein
paar Minuten mit dem Bus zurück nach Cairns. Keine
schlechte Idee, da ich nach Norden nicht weiterkomme geht
es also kurzerhand entschlossen mit dem Bus wieder
zurück nach Port Douglas. Und da bleibe ich gleich
noch weitere zwei Tage, diesmal wieder in einem Hostel:
Manchmal geht doch
nichts über ein richtiges Bett. Hier lerne ich denn
auch Jana kennen, mit der ich später noch einige
Stücke gemeinsam reisen werde.
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 Von Port Douglas
lasse ich mich mit dem Bus kurz vor Cairns am Highway
absetzen, von hier aus will ich ins Binnenland ins
Atherton Tableland radeln. Doch auch hier hat der
liebe Gott den Schweiss vor den Lohn gesetzt: Es geht
zunächst wieder 400 Höhenmeter hinauf
auf die Kuranda Range. Auch diese Steigung quält
mich heftig, als ich nach 10km Strecke oben bin,
ist meine Kondition schon arg angeschlagen. Es geht hinab
nach Kuranda, einem Touristenort par Excellence. Also
bin ich nach 5 Minuten wieder unterwegs, diesmal, um mit
Erstaunen festzustellen, wie schnell sich die Landschaft
hier ändert. Nach drei Kilometern ist
der Regenwald einer Steppenlandschaft gewichen, hier gibt
es das schöne, braungelbliche Spinnifex-Gras und
einige Termitenhügel. Nach insgesamt 35km bin
ich schon relativ geschafft, so dass ich nicht mehr bis
Mareeba weiterfahre, sondern die Sandpiste zum Davies
Creek nehme. Hier gibt es eine schöne Stelle direkt
am Fluss, wo das Zelten im Nationalpark erlaubt ist.
Außer mir ist niemand an diesem wundervollen Ort, so
dass ich alleine direkt am Fluss im Sonnenuntergang mein Abendessen
koche und dann auch geschafft in den Schlafsack krieche.
Ein spannendes Gefühl, so ganz einsam die Nacht
zu verbringen, die merkwürdigen Geräusche von
Fluss, Wind und Tieren lassen mich zweimal aufwachen,
es ist schon manchmal beunruhigend (aber wunderschön).
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Am nächsten
Morgen geht es weiter, nach einem Frühstück
am Fluss fahre ich die Piste zurück zur Hauptstraße,
um dann nach Mareeba weiterzufahren. Die Städtchen
hier sind alle recht klein und unscheinbar, ich mache nur
eine kurze Rast und radle weiter. Jetzt geht es nach
Süden in Richtung Atherton. So langsam geht es
weiter bergan, die Steppe weicht oftmals Agrarland, auf dem
Bananen und Mangos angebaut werden, es gibt auch einige
Winzereien (auch eine, die Mangowein herstellt) und
Destillen, sogar Tee wird hier produziert. Es ist wieder
ein viel zu sonniger Tag, die Mittagshitze ist kaum
auszuhalten. In dieser Landschaft mache ich erste
Bekanntschaft mit einigen Vögeln, vermutlich
Verwandte unserer Elstern, die in den Bäumen
am Straßenrand brüten. Radfahren scheinen
sie als Angriff zu betrachten, ohne Vorwarnung setzen
sie im Sturzflug zur Verteidigung an. Die Ohren
sind offenbar das primäre Ziel ihres Schnabels,
allerdings bin ich aufmerksam genug, um jedesmal
rechtzeitig mit den Armen zu wedeln, so dass die
"Angreifer" nicht zum Zuge kommen. Das Spielchen passiert
mir etwa 5 bis 6 mal auf dieser Strecke, dann ist wieder
Ruhe (im Kosciuszko Nationalpark begegnen uns diese
Kameraden noch einmal wieder).
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Den lieben
Tag lang fahre ich
bergan, bergab durch die Felder, bis ich endlich in Atherton
lande. Dort gibt es zwar ein wirklich hübsches
Hostel, das jedoch ausgebucht ist, also bleibe ich auf
dem Campingplatz, der ebenfalls prima ist. Dort angekommen
überprüfe ich mein Hinterrad, das ein wenig am
Bremsklotz schleift, und stelle fest, dass sich ein
Riss im Felgenrand gebildet hat. So etwas kann übel
ausgehen, aber der Fahrradladen in Atherton
hat schon zu. Also werde ich zwei Nächte hier
bleiben. Etwas gefrustet latsche ich noch in die
Stadt und komme auf dem Weg am chinesischen Tempel
vorbei, einem der wenigen Relikte aus den Goldrauschzeiten,
als viele chinesische Einwanderer sich auch hier niedergelassen
hatten. Der Tempel ist interessanterweise aus Wellblech
gebaut... Etwas später führt mein Weg mich
zum Platypus Pool, wo ich dann auch
tatsächlich das örtliche Schnabeltier
zu Gesicht bekomme. Das heitert mich schon ein wenig
auf. Allerdings ist das Tierchen eher schlecht zu
sehen und im Dämmerlicht ist auch meine Kamera
nicht in der Lage, etwas Erkennbares aufs Foto zu bannen.
Im Dunkeln geht's dann zurück zum Zeltplatz.
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Den nächsten
Tag verbringe ich damit, mein Fahrrad zu reparieren, ein
neues Laufrad wird seinen Dienst in meinem Bike verrichten.
Spannend bleibt, ob der montierte Plastik-Distanzring am
Ritzelpaket halten wird, aber beim ersten Test sieht alles
gut aus. Ansonsten ein ruhiger Tag auf dem Campingplatz.
Am frühen Morgen bin ich noch wieder beim
Schnabeltier vorbeigegangen und siehe da: Es lässt sich
nicht nur blicken, sondern auch fotografieren. Dann kanns
ja morgen weitergehen.
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 Es folgen die
zwei spannendsten Tage der Tableland-Runde: Heute geht
es bis ganz nach oben und zum Explosionskrater des
Mount Hypipamee, morgen dann kommt die große
Abfahrt hinunter bis ans Meer. Wie immer kommt erst die
Arbeit und dann das Vergnügen, also trete ich
kräftig in die Pedalen. Erst geht es an Wiesen vorbei,
dann führt die Straße in den wundervollen
Bergregenwald, der auf Grund der kühleren Temperaturen
doch deutlich anders ausschaut als die bisherigen
tropischen Regenwälder. Ein Abzweig führt zum
Parkplatz am Mount Hypipamee, wo ich beim Abschließen
meines Rades eine sehr unvermittelte Begegnung mit
einem seltenen Tier habe: 3 Meter vor mir steht plötzlich
ein Helmkasuar, ein etwa 1.70 Meter großer Laufvogel.
Eigentlich nicht ganz ungefährlich, aber wir beäugen
uns nur geduldig, ich mache in aller Seelenruhe ein paar
Fotos (während andere Touristen erstaunt aus sicherem
Abstand zuschauen). Und dann verschwindet der Kasuar ins
Dickicht. Ich bin mehr als happy und spaziere gut gelaunt
zum Krater, der wirklich beeindruckend ist. Es ist kein
Lavakrater, hier wurde unterirdisch Gas so stark erwärmt,
dass es sich durch die termische Ausdehnung eine jetzt
noch 80m tiefe Röhre durch den Fels gesprengt
hat. Was für Kräfte müssen hier
gewirkt haben... Ein paar Meter weiter gibt es auch noch
einen sehr schönen Wasserfall, eine wirklich schöne
Gegend hier.
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Meine Strecke
führt wieder hinaus aus dem Regenwald, jetzt geht
es noch ein gutes Stück bergauf. Ein kurzer Abzweig
von meiner Route bringt mich auf den höchsten
Punkt der höchsten Straße Queensland, bei
1143 Höhenmetern habe ich es geschafft. Von nun
an kann es im wesentlichen nur bergab gehen, da kommt
Freude auf. Schon recht früh erreiche ich mein
Etappenziel: Millaa Millaa. Ich baue mein Zelt auf und
fahre noch kurz zu den Millaa Falls, einem von vielen
hübschen Wasserfällen in dieser Gegend,
dann geht's zurück zum Zelt, wo mein Schlafsack
auf mich wartet.
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Der letzte Tag
führt mich wieder hinunter auf Meeresniveau, tausend
Höhenmeter geht's bergab. Wie ich schnell feststellen
muss, bedeutet das nicht, dass es nur bergab geht,
auch hier erwarten mich einige Kilometer mit starken
Steigungen. Eine berauschende Fahrt beginnt, zum Teil
geht's mehr als 10km nur bergab. Spannend ist es
schon, mit einem vollbeladenen Fahrrad mit über
60kmh den Hang hinunter zu rasen. Einen wundervollen
Einblick auf einen Fluß weit unten im Tal bietet
Crawfords Lookout, eine Schneise im ansonsten dichten
Regenwald. Und dann geht es weiter hinunter, bis ich
bereits gegen 11:00h in Innisfail ankomme. Dieser Ort
kann mich überhaupt nicht locken, viele
heruntergekommene Gebäude, der Tourismus scheint
hier auf dem absteigenden Ast zu sein, nur einige
Erntearbeiter lungern hier im Hostel herum (die sind
jedoch sehr freundlich), so dass ich beschließe,
sofort in den nächsten Bus nach Townsville zu
steigen. Der lässt auch nur wenige Minuten auf
sich warten, so dass ich in Eile mein Fahrrad präpariere,
alles einlade und diese Radtour im tropischen Queensland
nun ihr Ende findet.
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Auf der nächsten Seite
folgt die Fortsetzung dieser Reise, oder es geht zurück zum Überblick.
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Literatur:
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Australien. Anne Dehne. Stefan Loose Verlag, Berlin, 2001.
ISBN: 3-922025-58-7.
Australia Road Atlas. Lonely Planet Publications Pty Ltd,
Footscray, Victoria, Australia, August 2000.
ISBN: 1-86450-065-4.
Cycling Australia. Lonely Plane Publications Pty Ltd,
Footscray, Victoria, Australia, April 2001.
ISBN: 1-86450-166-9.
Weitere Literaturverweise und Links gibt es in den
Seiten zu den einzelnen Orten, die im Text verlinkt sind.
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Anregungen, Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.
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