Modified: 06.04.2003

Waipio Valley ist eine schöne Enklave im Norden von Big Island. Eine Straße windet sich den Berghang hinunter in ein grünes Tal, das von einem Flüß durchströmt wird, der sich an einem schwarzen Strand ins Meer ergießt. Links und rechts wird der Strand von kleinen Wasserfällen gesäumt, die direkt von der Steilwandkante bis hinunter an den Strand stürzen. Was will man mehr?

 

 
 

Fährt man nördlich vom Mauna Kea entlang, so gelangt man an der Ortschaft Honokaa an eine Abzweigung, die geradlinig an die Küste zum Waipio Valley führt. Die normal befahrbare Straße endet an einem Aussichtspunkt, von dem man einen weiten Ausblick über das Tal hat, das eine Enklave zwischen den hohen Steilhängen bildet. Eine steile Straße windet sich hinunter in das Tal, sie sollte jedoch nur mit allradgetriebenen Fahrzeugen befahren werden. Die Hawaiianer fahren gerne mit ihren Pickups hinunter an den Strand, bei gutem Wetter rauscht ein gutes Dutzend dieser Monsterautos an einem vorbei, während man zu Fuß die Wanderung ins Tal unternimmt. Unten gelangt man zunächst in einen dichten Urwald, in dem sich außer den obligatorischen Bananenpflanzen auch einige niedrige Laubbäume angesiedelt haben. Auf deren Ästen haben sich wiederum diverse parasitäre Pflanzen breit gemacht. Und hin und wieder weist ein Autowrack im Dickicht darauf hin, daß die Straße hier herunter nur mit Vorsicht befahren werden sollte. Hier unten im schönen Tal wohnen nur sehr wenige Menschen, nachdem 1946 eine Tsunami-Flutwelle über das Tal hinwegrollte und einige der Bewohner mit sich riß. Das war in früheren Zeiten jedoch deutlich anders, da sich hier einst das politische Zentrum Hawaiis befand und mehrere 10000 Menschen hier gewohnt haben sollen.

 

Der dichte Regenwald weicht an der Küste einem lichten Nadelwald, welcher jedoch nur einen dünnen Streifen bildet, der nach wenigen Metern am Strand endet. Der Strand selbst besteht aus dunklem, feinem Lavasand, gesäumt von großen, vom Wasser bereits rundgeschliffenen Steinen. Baden kann man hier prima, wobei der Sog der Wellen recht stark ist und man Gefahr läuft, sich an den Steinen im Wasser zu stossen. Wer genau hinschaut, kann im nassen Sand winzige Krebse entdecken, die sich bei Annäherung einer Welle blitzschnell in ihren Erdlöchern verkriechen, um nicht weggespült zu werden. Der Ort ist eine wahre Idylle, die von den Hawaiianern gerne zum Familienausflug genutzt wird. Merkwürdig muten die fröhlichen, ausgelassenen Menschen schon an, wenn sie sich direkt auf der Ladefläche ihres Pickups sonnen... Der Fußweg zurück ist sehr anstrengend, bei glühender Hitze ist die starke Steigung doppelt schwer. Wir waren jedoch in Superstimmung, nachdem wir das Angebot von Hawaiianern, uns auf der Ladefläche ihres Pickups mitzunehmen, dankend angenommen hatten.

 

 
 
Verweise:
 

Auf  Ingrids Welt gibt es viele ausführliche Tips und Reisebeschreibungen zu  Big Island und den  anderen Inseln.


 
 
 Anregungen, Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.