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Big Island ist vulkanisch sehr aktiv. Von Jahr zu Jahr
wächst die Insel auf Grund neuer Lavaströme.
Im Volcanoes Nationalpark kann man der Insel beim
Wachsen zusehen. Riesige Vulkankrater, flüssige
Lava, dampfende Schwefelquellen und ein unglaublicher
Wechsel der Vegetation sind nur einige der Highlights
in diesem Park.
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Im Süden
der Insel stellt der Highway 11 die einzige Verbindung
zwischen West und Ost dar. Aus beiden Richtungen
steigt die Straße kontinuierlich an,
bis sie etwa am Eingang zum Nationalpark ihren
höchsten Punkt erreicht hat. Man befindet sich
hier schon fast ganz oben auf dem Kilauea Vulkan.
Die Vulkane Hawai`i's sind sog. Schildvulkane, die
aus sehr flüssiger Lava entstanden sind. Da die
Lava immer sehr schnell abfließt, bildet sich kein
steiler Vulkankegel, sondern nur ein seicht ansteigender
Hügel. Kommt man auf der Straße von Osten,
so fährt man fast ausschließlich durch
Regenwald. Von Westen kommend fährt man jedoch
zwischen dem Mauna Loa und dem Kilauea hindurch, die Lavaströme
des Mauna Loa haben hier große Teile der Landschaft in
eine Wüste verwandelt.
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Kilauea Krater:
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Fährt man in
den Volcanoes Nationalpark hinein, so erreicht man zunächst
das Visitor Center. Von hier führt die Crater Rim
Road einmal um den riesigen Krater des Kilauea.
Diese Strecke führt an den meisten der Attraktionen
des Nationalparks vorbei, eine Rundreise, die wohl
jeder Parkbesucher unternimmt. Eine wirklich gute
Karte erhält man übrigens schon am Eingang
zum Nationalpark an der Kasse. Wählt man die
Rundfahrt entgegen dem Uhrzeigersinn, so gelangt man
zunächst zu einer kurzen Stichstraße zu den
Sulphur Banks, den Schwefelquellen. Man kann
jedoch auch direkt vom Visitor Center zu Fuß über
einen kleinen Pfad dorthin gehen. Dies hat den Vorteil,
daß man dann auf dem Sulphur Banks Trail
eine Runde von etwas mehr als einem Kilometer wandern
kann, die auch ein Stück auf dem Kraterrand des Kilauea
entlang führt.
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 Zunächst gelangt man auf dem
Weg zu den Schwefelquellen (= Solfataren, von griech.
sulphur, Schwefel). Aus vielen Öffnungen
im Fels dringen Schwefeldämpfe aus der Erde. Der
Schwefel setzt sich beim Abkühlen am Gestein nieder,
so daß ein gelblicher Belag aus lauter
glitzernden Schwefelkristallen entsteht. Durch die
gelbliche Farbe und den Dampf in der Luft macht die
Landschaft einen gespenstischen Eindruck. Sehr ähnlich
sind übrigens die Solfataren von Landmannalaugar
in Island.
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 Folgt man
auf der gegenüberliegenden Seite der Straßenkehre
weiter dem Sulphur Banks Trail, so kommt man an diversen
großen und kleine Löchern im Erdboden
entlang. Dies sind zumeist sog. Fumarolen, aus denen
kein Schwefel- sondern nur Wasserdampf entweicht.
Man erkennt dies unschwer am Fehlen des beißenden
Schwefelgeruchs. Besonders interessant ist die Vegetation
hier. Einige Pflanzen wachsen bis in die Löcher
hinein. Insbesondere Moose und Flechten scheinen
sich mit dem heißen Wasserdampf zu arrangieren.
So findet man hier auch besonders schöne Exemplare
Lycopodium cernuum, das hier leicht 40cm
Höhe erreicht. Den anderen Pflanzen macht der
heiße Dampf bedeutend mehr aus, immer wieder
sind ganze Arreale zu sehen, die mit grau-schwarzen
Blättern durchsetzt sind.
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 Der Sulphur
Banks Trail quert die Straße und führt direkt
an den Kraterrand des Kilauea. Der Krater hat riesige
Ausmaße, von Nord nach Ost mißt er etwa
3.5km, von West nach Ost sogar mehr als 4km. Bei genauer
Betrachtung sind immer noch kleine Dampf- oder
Rauchwolken am Kraterboden sichtbar. Vom Weg aus
sieht man rechts die Fumarolen direkt am Kraterrand,
von denen große Dampfsäulen in die Luft steigen.
Folgt man dem Kraterrand in die entgegengesetzte
Richtung (nach Osten), so gelangt man durch ein Stück
sehr dichter Vegetation wieder zum Visitor Center. Von hier
aus sollte man nun für die weitere Besichtigung
den Wagen nehmen.
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   Fährt man
mit dem Auto auf dem Crater Rim Drive, so bietet sich
an vielen Stellen ein Blick in den Kilauea-Krater.
Hierin ist, weithin sichtbar durch seine schwefelgelbe
Färbung, ein kleinerer Krater gelegen, der
Halema'uma'u. Von einem Parkplatz führt ein
kurzer Weg zu einem Aussichtspunkt direkt an dessen
Kraterrand. Es lohnt sich, dem Weg noch ein wenig
weiter zu folgen, denn hier hat die Natur wieder
einmal einiges zu bieten. Große Gasblasen in
der Lava bildeten kleine Hügel an der Oberfläche
und platzten zum Teil auf. Hier gibt es daher einige
natürliche Unterstände, in die man bequem
hineingehen kann und die erfrischenden Schatten spenden.
Außerdem gibt es auch hier Schwefelquellen, und
in den vielen Felsspalten finden sich herrliche
Schwefelkristalle.
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 Vom Halema'uma'u
fährt man weiter Richtung Osten. Zunächst durchquert
man die Lavafelder von 1982, die noch tiefschwarz und
völlig kahl sind. Pflanzen haben noch nicht wieder
ihren Weg hierher gefunden. Auf dem weiteren Weg kann
man links eine Art Flußbett sehen. Hier lohnt
es sich, einfach anzuhalten und einmal über
den rotbraunen Hügelrand zu schauen. Es handelt
sich bei dem Gebilde um einen Lavastrom, dessen Nachschub
plötzlich versiegt ist. Die flüssige Lava lief
weiter, so daß ein leeres Flußbett dieses
Lavastromes zurückblieb.
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 Auf der
rechten Straßenseite findet man wenig später
einen kleinen Stop, von dem aus man einen schönen
Überblick über den Krater des Keanakako'i hat,
einen der kleineren Nebenkrater, die sich am Rande
des großen Kilauea-Kraters befinden.
Ein Stück
weiter findet man noch einen schönen Ausblick über
eine typische Vulkanspalte des Kilauea. Die Eruptionen
des Kilauea beginnen gewöhnlich mit langen Rissen,
die sich in der Erde auftun. Aus diesen spritzt die Lava
mit einem relativ hohen Druck in die Luft,
es bilden sich sog. Vorhänge aus Feuer.
Die Spalte hier gehört zum Lavastrom vom Juli 1974.
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Der nächste
markante Punkt auf der Strecke ist eine Straßenkreuzung.
Auf der einen Seite beginnt hier die
Chain of Craters Road, die hinunter zur Küste und zu
den aktuellen Lavaströmen führt. Auf der
anderen Seite führt eine kurze Stichstraße
zum Devastation Trail, einem kurzen Wanderweg,
auf dem man sehr gut die Verwüstung durch einen
Vulkanausbruch und die Wiederbesiedlung des Gebietes durch
die Pflanzen verfolgen kann. Der Pfad endet an einem
Aussichtspunkt, von dem aus man einen schönen Blick
auf den Pu'u Pua'i hat, einen Hügel aus kleinen Steinchen,
die bei einem Ausbruch hochgeschleudert wurden und hier
gelandet sind. Den Trail muß man allerdings wieder
zurückgehen (kein Problem bei nur einem Kilometer
Länge), wenn man nicht gerade einen Fahrer hat, der
den Wagen zwischenzeitlich bis zu diesem Ende des Weges
gebracht hat.
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 Der
Crater Rim Drive führt nun
in einen dichten Dschungel und das
Wetter hier macht deutlich, daß das Wort
Regenwald von Regen kommt. Inmitten der undurchdringlichen
Baumfarne befindet sich eine weitere Attraktion des
Parks, die Thurston Lava Tube.
Hierbei handelt es sich um eine Tunnelröhre
von etwa 5m Durchmesser, die man von einem Ende
zum anderen durchqueren kann. Solche Röhren
bilden sich oft in Lavafeldern, da die Lava an
der Oberfläche am schnellsten erkaltet und
fest wird. Die noch flüssige Lava weiter
unten erkaltet langsamer und zieht sich dabei
zusammen, so daß entsprechende Hohlräume
unter der Erde entstehen. Die Röhre ist schwach
beleuchtet und alleine der Abstieg durch den
Wald ist ein Erlebnis. Auf der anderen Seite der
Straße beginnt der Kilauea Iki Trail,
ein 4km langer Wanderweg, der mitten durch diesen
Nebenkrater des Kilauea führt. Fährt man
weiter auf der Straße, gibt es noch einen kleinen
Parkplatz, bevor man wieder das Visitor Center erreicht.
Von hier aus hat man einen schönen Blick
über den Kilauea Iki.
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Chain of Craters Road: flüssige Lava
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  Im Südwesten
des Crater Rim Drive zweigt die Chain of Craters Road ab, die hinunter
zur Küste führt. Man fährt in einem weiten
Bogen einfach den flachen Schildvulkanhang hinunter. Auf dem
Weg sind immer wieder einzelne Lavaströme zu sehen, die
sich diesen Hang hinunterergossen haben. Wie oft hat diese
Straße neu gebaut werden müssen? Nach einigen
schönen Ausblicken auf die Weite der Landschaft gelangt
man schließlich ans Meer. Eine Steilküste fällt
etwa 20m senkrecht ab, das Meer donnert mit unglaublicher
Wucht an den Fels, die Gischt spritzt manchmal bis über
die Kante. Die Felsküste wird stark unterspült,
so daß man an manchen Stellen nicht bis zum Rand
gehen sollte. Es gibt an einer Stelle sogar eine Art Torbogen,
den das Meer aus dem Fels gewaschen hat. Wie lange der wohl
noch dort stehen mag?
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  Die Straße
endet unter einem Lavastrom. Bis 1988 konnte man hier noch
durchgehend bis in den Puna District fahren, doch die
Lavamassen haben die Straße überrollt und zu einer
Sackgasse gemacht. Vom Ende der Straße aus kann man
(wenn die Vulkanaktivität es zuläßt) zu den
aktiven Lavaströmen gehen, ein günstiger Pfad wird
von den Rangern jeweils markiert. Zum Zeitpunkt meines
Besuchs (Juli 2002) floß die Lava gemächlich
vor sich hin, so daß man sehr dicht herangehen konnte.
Kurze Zeit später gab es starke Lavaströme, die
die Straße wieder empfindlich verkürzt haben,
so daß ein Teil dieser Informationen schon nicht
mehr aktuell sind.
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  Das Begehen der
Lavafelder erfordert eigentlich festes Schuhwerk, es gibt
aber auch immer wieder Amerikaner, die den Weg in Badelatschen
antreten. Glück, wenn der Weg zur Lava nicht sehr weit
ist, aber verlassen sollte man sich darauf nicht. Weiterhin
sollte man genügend zu trinken mitnehmen, 1.5 Liter
pro Person sind eher die Untergrenze. Die Sonne produziert
eine immense Hitze auf den Lavafeldern, und der Wind
führt sengende Luft von der glühenden Lava
mit sich. Bevor man die Reise antritt, sollte man sich
(am Visitor Center am Eingang) schon erkundigen, was
es zu sehen gibt und wie man dorthin gelangt. Dann
ist es allerdings auch nicht sehr gefährlich, wenn
man sich an die Regeln der Ranger hält. Die Lava bildet
hier wirklich wundervolle Formationen, über die man
nicht achtlos hinweglatschen sollte, wie die Fotos
verdeutlichen.
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  Die beste Zeit
für einen Besuch der Lava ist vielleicht der späte
Nachmittag. Gegen 19:00 Uhr wird es schon rapide dunkel,
so daß man auf diese Weise Gelegenheit hat, die
Lava noch im Hellen zu bewundern. Die Neugierigen gehen
bis auf einen halben Meter an die Lava heran, noch etwas
dichter wird es ihnen zu heiß. Es ist schon aufregend,
das flüssige Gestein zu betrachten. Überall
quillt etwas rote Lava unter dem grauen, bereits etwas
abgekühlten Deckmantel hervor. Die
Fließgeschwindigkeit ist unterschiedlich, manchmal
perlt es minutenlang rot aus dem Lavawulst hervor, um
einen kleinen Lavatopfen zu bilden, manchmal fließt
auch schnell ein kleiner roter Bach heraus.
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  Mit einer Taschenlampe
im Handgepäck (für den Rückweg) kann man
dann auch noch die Dunkelheit abwarten. Dann beginnt sich
eine Art Lagerfeuer-Stimmung auszubreiten, die Lava leuchtet
orange in der Nacht und auch der Sternenhimmel taucht unter
den häfigen Wolken hier manchmal auf. Die Touristen, die
sonst aufgeregt von einem roten Lavatropfen zum anderen
gelaufen sind, setzen sich neben die Lava und genießen
das Schauspiel. Die leuchtenden
Lavaströme sind auch wirklich eine kleine Sensation, man
könnte wohl auch Fleisch am Spieß über der
Lava grillen.
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Kipuka Puaulu: ein Pflanzenparadies
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 Zum Volcanoes
Nationalpark gehören auch Gebiete, die außerhalb
der Zone liegen, für die man Eintritt bezahlen muß.
Eines dieser Gebiete ist Kipuka Puaulu, eine Enklave der
Vegetation, etwas westlich von Eingang zum Nationalpark
gelegen. Kipukas sind Gebiete, die ältere Vegetation
besitzen, als die umliegenden Gegenden. Kipuka Puaulu wurde
von einem Lavastrom, der sich kurz vor Erreichen des
Waldes in zwei Ströme teilte, umringt und somit von
der Umwelt abgeschnitten. Hier haben sich noch einige Pflanzen
erhalten, die anderswo kaum noch zu finden sind. Insbesondere
ist es eines der ältesten Waldgebiete von Big Island,
so daß es einen wunderschönen Bestand alter
Bäume gibt.
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Verweise:
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Auf
Ingrids Welt gibt
es viele ausführliche Tips und Reisebeschreibungen
zu Big Island und den anderen Inseln.
Die University of Hawai'i in Manoa hat
einige Webseiten zur Botanik des Volcanoes Nationalparks,
insbesondere gibt es sehr schöne Seiten zu
Kipuka Puaulu und den Sulphur Banks.
Die aktuellsten Informationen über den Nationalpark stammen natürlich
vom Park selbst, insbesondere werden Nachrichten über die aktiven Lavaströme täglich
aktualisiert und illustriert.
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Literatur:
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Es gibt einen sehr
schönen Pflanzenführer zu den Nationalparks in
Hawaii: Charles H. Lamoureux, Trailside Plants of
Hawai`i's National Parks. Hawai`i's Natural History
Association. ISBN: 0-940295-09-1.
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Anregungen,
Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.
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