Modified: 06.04.2003

Einer der besten Plätze, um einen Einblick in die alte hawaiianische Kultur zu bekommen, ist Pu'uhonua o Honaunau. Und einer der schönsten Plätze Hawaiis ist es auch. Eine große Mauer, erbaut ca. 1550 n.Chr. trennt die königlichen Bezirk vom heiligen Zufluchtsort.

 

 
 
Königlicher Bezirk:
 

Die Honaunau Bay ist eine wirklich bildhübsche Bucht, die offensichtlich den Schildkröten als Erholungsort dient. Wohl nur hier hat man die Gelegenheit, die Schildkröten einmal an Land liegen zu sehen. Die Bucht bot den frühen Hawaiianern zwei wichtige Lebensgrundlagen, sowohl einen geschützten Landeplatz für die Kanus, als auch natürliche Trinkwasservorräte. Daher wurde sie von den ali'i, den Häuptlingen, in Besitz genommen. Es wurde hier kein repräsentativer Palast errichtet, sondern viel mehr eine kleinere Anzahl einzelner Hütten. Einige solcher Hütten sind hier wieder errichtet worden. Sie dienen den Besuchern als Sonnenschutz und werden für Museumsaktivitäten wie z.B. Vorführungen genutzt.

 

Einmal im Jahr findet hier ein großes Kulturfestival statt, bei dem Einheimische überall auf dem Gelände alte handwerkliche Traditionen sowie exotische Früchte und deren Zubereitung vorführen. Überall bekommt man etwas angeboten, so kann man z.B. verschiedene Sorten von Süßkartoffeln (eine davon ist vollkommen violett!), marinierten Fisch, frisches Zuckerrohr oder den traditionellen Kokospudding probieren. Die Stäbe auf dem einen Bild sind mit einfachen Kerbzeichnungen versehen. In Farbe getaucht kann man sie z.B. um den Oberarm abrollen, so daß sie ein geometrisches Tattoo hinterlassen. Die beiden Frauen auf dem anderen Bild führen die Verarbeitung von Kukui-Nüssen vor. Die hochwertigen Nüsse werden geröstet zu einem würzigen Nahrungsmittel mit belebender (und in größeren Mengen abführender) Wirkung, die minderwertigen Nüsse sind immerhin so ölhaltig, daß man eine Art Kerzen aus ihnen herstellen kann.

 

 
 
Zufluchtsort:
 

Bis etwa 1820 herrschte auf Hawaii das sog. Kapu-System. Dies ist der Name für die Verhaltensregeln, die das menschliche Miteinander bestimmten. Diese Regeln waren stark geprägt von religiösen Motiven, so besagten sie, daß Frauen nicht das Essen der Männer zubereiten durften. Weitere Regeln verboten, in den Fußspuren des Häuptlings zu gehen oder den eigenen Schatten auf den Palastboden fallen zu lassen. Sie regelten jedoch auch das tägliche Leben, wie z.B. die Jagdzeiten. Jeder Verstoß gegen ein Kapu wurde mit dem Tode bestraft, da andernfalls die Götter erzürnt wären und mit Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Flutwellen reagieren würden. Bricht jemand ein Kapu, so kann er jedoch versuchen, schwimmend zum Pu'uhonua zu gelangen. Dies ist der heilige Bezirk der Zuflucht, der durch eine hohe Mauer vom Palastbezirk abgetrennt wurde. Hier konnte ein Priester eine Absolutionszeremonie durchführen, und der Kapubrecher konnte daraufhin sicher nach Hause zurückkehren. Ebenso war Pu'uhonua ein Zufluchtsort in Kriegszeiten, sowohl für desertierte Krieger, als auch für jene, die zu alt oder zu jung zum Kämpfen waren.

 

Die ursprünglichen Haupttempel sind verschwunden, nur die Plattform aus Lavagestein, die als Sockel für die Tempel diente, steht noch. Es wurde jedoch eine Rekonstruktion eines alten Tempels im heiligen Bezirk aufgestellt. Dieser wird von einigen ki'i bewacht, hölzernen Verkörperungen des Geists der Ahnen, die auf dem zweiten Bild zu sehen sind. Der ursprüngliche Tempel soll die Gebeine von 23 Häuptlingen beherbergt haben, was ihm eine große Heiligkeit verlieh.

 

 
 
Verweise:
 

Auf  Ingrids Welt gibt es viele ausführliche Tips und Reisebeschreibungen zu  Big Island und den  anderen Inseln.


 
 
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