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Ottawa ist ähnlich
wie Washington D.C. oder Canberra eine künstlich errichtete
Stadt, die als Kompromiss im Ringen von unterschiedlichen
Volksgruppen genau auf die Grenze zwischen deren Gebieten
gesetzt wurde. Liegt Washington D.C. zwischen Nord- und
Südstaaten der USA und Canberra zwischen Melbourne und
Sydney, so verbindet Ottawa die Staaten Quebec und Ontario
und somit das englischsprachige Gebiet Kanadas mit dem
französichsprachigen Teil. An der Einmündung
des Rideau River in den Ottawa River entstand eine Stadt
auf dem Reissbrett. Parlamentsgebäude und Museen
prägen den Kern Ottawas, vieles entstammt noch
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der
Gründungszeit der Stadt. Mittlerweile ist jedoch
auch ein erheblicher
Bestand an moderner Architektur hinzugekommen, so dass
sich auch sehr kontrastreiche Anblicke ergeben.
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Parlament:
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  Die
Regierungsgebäude sind dabei
wundervoll direkt ans südliche Ufer des Ottawa River
gelegt worden, am nördlichen Ufer befinden sich weitere
repräsentative Gebäude. Die
Parlamentsgebäude erinnern sehr an englische Vorbilder,
der neugotische Stil (Gothic Revival Style) scheint auch
bei den Kanadiern sehr beliebt gewesen zu sein. Die ersten
Parlamentsgebäude wurden 1866 von Thomas Fuller, Thomas
Stent und weiteren Architekten gebaut. Die Bibliothek ist
noch aus dieser Zeit erhalten geblieben. Das zentrale Ensemble
entstand erst ab 1916, als ein Brand die Parlamentsgebäude
zerstörte, die Federführung hatten J.A. Pearson und
J.O. Marchand. 1922 wurde das Regierungszentrum wieder
eingeweiht, auch der weithin sichtbare Friedensturm
(Peace Tower) ist ein recht neues Wahrzeichen
der Stadt, er wurde erst 1927 fertiggestellt. Von hier
hat man einen guten Ausblick auf die ganze Stadt, da der
Parliament Hill bereits 150m über dem Ottawa River
thront und der Turm noch einmal weitere 91m hoch ist.
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| Nationalgalerie:
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 Die Nationalgalerie
ist auch als Gebäude ein Kunstwerk an sich. Das 1988
eröffnete Gebäude wurde vom Architekten
Moshe Safdie aus rosa Granit, Glas, Stahl und Beton geschaffen.
Besonders gelungen ist der Glasturm an der Westseite
des Hauses, der für Sonderausstellungen genutzt
wird. Die Nationalgalerie ist eines der drei größten
Museen von Kanada und präsentiert sowohl einheimische
wie auch internationale Kunstwerke. Im Inneren gibt es einige
Räume, die die kanadische Kunst geordnet nach den
zeitlichen Epochen zeigen. Besonders frappierend ist das
unglaublich schnelle Verschwinden der Kunst der Ureinwohner
Kanadas, diese füllt einen einzigen Raum, bereits
im nächsten Raum zeigt sich Kanada schon vollständig
europäisiert.
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| Notre Dame:
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 Direkt gegenüber
der Nationalgalerie steht ein weiteres Wahrzeichen Ottawas:
Die Kirche Notre Dame. Sie ist die älteste Kirche
Ottawas, erste Planungen begannen bereits 1839. Zwei Jahre
später begann man mit dem Bau, der erst 1885 beendet
wurde. Notre Dame ist eine typische neugotische Kathedrale
nach englischem Vorbild, zwei spitze, identisch gestaltete
Türme dominieren die Westfassade. Eine Spezialität
der Kirchen Ottawas sind die silbernen Metalldächer der
Türme, die nicht nur bei Notre Dame zu sehen sind.
Notre Dame besitzt eine große Anzahl von Figuren
und Wandmalereien im Inneren, die Fassade ist jedoch recht
schlicht gehalten, auf Wasserspeier und weiteres gotische
Zierat wurde hier verzichtet.
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| Museum der Zivilisation:
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  Das Museum der
Zivilisation in Ottawa ist das
meistbesuchte Museum Kanadas.
Das Museum hatte bereits unter verschiedenen Namen existiert
und beherbergte vormals nicht nur biologische und historische
Stücke, sondern vorwiegend Mineralien. 1968 wurde die
Sammlung aufgeteilt, es entstand das Museum of Nature
und das Museum of Man, der Vorgänger des
Museum of Civilization. Das Museum ist 1989 in
die eigens dafür errichteten Gebäude auf der
nordseite des Ottawa River eingezogen, begonnen wurde das
Gebäude bereits 1983. Es wurde nicht nur wegen seiner
herausragenden Architektur bekannt, die aus der Feder von
Douglas Cardinal und Michel Languedoc von der Firma
Tétreault stammt, sondern auch durch die immensen Kosten,
die weit über die geplanten Summen hinauswuchsen.
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   Das Museum der Zivilisation
besteht aus zwei Häusern, dem Museum selbst und dem
zugehörigen Kuratorium. Im Kuratorium
befinden sich gerade nicht gezeigten Exponate und Sammlungen
des Museums, die Verwaltung und die Laboratorien, in denen
konserviert und restauriert wird. Das Kuratorium beeindruckt
mit seinen überhängenden Wänden, die nach
oben hin in drei Stockwerken jeweils breiter werden. Das
Museumshaus besteht hingegen zum großteil aus einer
riesigen Halle, der First Nations Hall, in der
nicht nur baumhohe Totempfähle ausgestellt sind, sondern
die auch oft für Festlichkeiten benutzt wird. Dafür
ließe sich auch kaum ein schönerer Platz finden,
direkt vor den Türen in der Glasfront liegt ein
künstlicher, schmaler See. An den See schließt
sich der Museumsplatz zwischen den beiden Gebäuden an,
von wo man sektschlürfend auf den Ottawa River bei Nacht
blicken kann.
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| Neues Rathaus:
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   Weit abseits
des Zentrums der Stadt befindet sich auf einer kleinen Insel
im Rideau River das moderne Rathaus der Stadt. Über
die wundervolle Minto Bridge, eine Stahlbrücke
aus dem Jahre 1900 erreicht man das supermoderne Gebäude,
das idyllisch im Grünen gelegen ist (passenderweise
heißt die Insel auch Green Island. Der
Bau wurde 1988 bis 1994 nach Plänen von Moshe Safdie
errichtet, er ist gegliedert in einige einzelne
Geb&auuml;udestrukturen, die jeweils sehr geometrisch
geformt sind. Im Innenhof gibt es einen rechteckigen
Teich, der die Kulisse für ein ein recht modernes
Kunstwerk darstellt. Das Gebäude besticht durch sehr
geradlinige Gestaltung, die etwas riesig geratene
Metallkonstruktion auf der einen Seite des Bauwerks ist
vielleicht eher fragwürdig.
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| Literatur:
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Vis-à-Vis: Kanada. Dorling Kindersley Verlag GmbH,
Starnberg, 2002.
ISBN: 3-928044-51-6.
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| Links:
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Das Museum der Zivilisation zeigt auf seinen Webseiten
nicht nur aktuelle Informationen zu den Ausstellungen, es finden
sich dort auch Fotos und Erklärungen zu den Gebäuden
selbst. So gibt es einen Plan der Ausstellungsräume, der einen
Querschnitt durch das Museumsgebäude zeigt. Eine weitere
Seite zeigt Fotos von den Bauarbeiten und Beschreibungen und
Querschnitte beider Museumsgebäude.
Gegliedert nach den in Ontario vertretenen Baustilen werden
exemplarisch viele Gebäude auf den Seiten von
Ontario Archtecture vorgestellt,
ein Glossar ist ebenfalls vorhanden.
Viele moderne Gebäude Kanadas werden auf der Webseite
Glas, Steel and Stone gezeigt, hier finden sich jeweils auch sehr gute Fotos
(jedoch nur recht kleine).
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Anregungen, Lob & Kritik nehme ich gerne entgegen.
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