Modified: 29.08.2004

Landmannalaugar ist eine der vulkanischen Attraktionen Islands. Hier gibt es ein großes Spektrum aller Erscheinungsformen von Vulkanismus, von Lavafeldern über Solfataren bis hin zu einem warmen Fluß. Sehr sehenswert, aber auch schon sehr gut von Touristen besucht.

 

 
 

Der Name Landmannalaugar bedeutet "die warmen Quellen der Landmänner" und beschreibt auch schon eine der Attraktionen des Ortes. Es gibt hier einen kleinen Fluß, der durch das Lavafeld fließt und von der Lava so stark erhitzt wird, daß das Wasser dampfend durch die Landschaft strömt. Der Fluß vereinigt sich in ein einem kleinen Becken mit einem kalten Gebirgsbach, ein wundervolle natürliche Badegelegenheit. Je weiter man sich von der Mündung des heißen Baches entfernt, desto kälter wird es, so daß man seine ideale Badetemperatur wählen kann. Das Wasserbecken ist etwa fünfzig Meter vom Campingplatz entfernt und bei einem Bad am frühen Morgen hat man dieses Wunder oft ganz für sich. Der Campingplatz selbst ist für isländische Verhältnisse recht gut besucht, da auch die Touristikunternehmen dieses Ziel mit Reisebussen anlaufen. Nachmittags werden ganze Zeltburgen aus den Bussen ausgeladen, die dann gleich am nächsten Morgen wieder verschwinden. Mit ein wenig Glück kann man den Platz mit seiner schönen Umgebung bei gemischtem Wetter sehen, wenn dunkle Wolken die strahlende Sonne oft verschatten und sich bei dem entstehenden Zwielicht hin und wieder ein Regenbogen zeigt.

 

Landmannalaugar hat außer der warmen Quelle noch weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten, liegt es doch schließlich inmitten des großen Naturschutzgebietes an einer der interessantesten Stellen. So bestehen einige der Berge hier aus Rhyolith, einem Gestein, das eine sehr vielfältige Färbung hat. Rot, orange und gelb mischt sich hier mit dem grau und schwarz der Lava. Die Isländer sprechen völlig zu recht auch von bunten Bergen. Über dem Zeltplatz thront die Brennisteinsalda, ein Berg, aus dem sich ein Lavastrom ins Tal ergossen hat. Es lohnt sich, dem markierten Pfad zu folgen, der auf diesen Berg hinaufführt. Er folgt zunächst einem Fluß, führt dann quer durch das Lavafeld selbst und dann steil hinauf auf den Berg. In diesem Lavafeld kann man sehr schön die verschiedenen Erscheinungsformen von Lava vergleichen. Neben der gewöhnlichen, porösen, grauen Lava gibt es auch Obsidian, ein glasähnliches Material, dessen glatte, scharfkantige und tiefschwarze Abbruchkanten hier an einigen Stellen zu Tage treten.

 

Von oben auf dem Berg kann man wundervoll beobachten, wie der Lavastrom zwischen den Bergen seinen Weg gefunden hat bis hinunter ins Tal. Auf halber Höhe gibt es Solfataren, Schwefeldämpfe treten aus Öffnungen im Boden aus, Schefel schlägt sich an den Steinen nieder und färbt die Erde grün-gelb. An den Steinen bilden sich bizarre und glitzernde Schwefelkristalle, die einen Blick aus nächster Nähe wert sind. Interessant ist auch die Vielfalt der Pflanzenwelt, die sich in dieser Landschaft mit so unterschiedlichen Lebensbedingungen entfaltet. Die Bandbreite reicht von Pilzen im feuchten Schwefeldampf bis hin zu Steingartengewächsen mit wundervollen Blüten, die in kleinen, windgeschützten Nischen im Lavagestein versteckt wachsen.

 

 
 
Literatur:
 

Geologie von Island. Gesteine und Landschaften. Þorleifur Einarsson. Verlag Mál og menning, Reykjavík, 1994. ISBN: 9979-3-0690-4.

Links:
 

Einen  Reisebericht einer Radwanderung von 1998 gibt es bei den  Reiseberichten dieser Website.


 
 
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