
Der Dom
St. Peter ist ein schönes Exemplar der norddeutschen
Backsteingotik. Sein Turm scheint das gotische Streben
nach dem Himmel förmlich zu verkörpern,
obwohl er in Wirklichkeit nicht zu den höchsten
Türmen gehört. Er ist auch wesentlich neueren
Ursprungs als der große Rest des Domes und wurde
während einer umfassenden Renovierung zwischen
1888 und 1894 hinzugefügt. Bis dahin besaß
der Dom keinen Turm. Der Dom ist aus einer Basilika,
die Ende des 12. Jahrhundert fertiggestellt wurde,
schrittweise zu seiner jetzigen Form erweitert worden.
Das Langhaus wurde ab etwa 1230 in seiner jetzigen
Form eingewölbt, gegen 1270 erfolgt der Beginn
des Neubaus eines Hallenchores, diesmal im gotischen
Stil (das Langhaus selbst ist noch romanisch gewölbt).
Die Seitenschiffe wurden erst in der ersten Hälfte
des 15. Jahrhunderts
hinzugefügt. Sie haben dieselbe Höhe wie das
Mittelschiff, so daß auf diese Weise eine Hallenkirche
entstanden ist.

Im
Inneren des Domes gibt es einige Schönheiten zu
sehen. Hier gibt es z.B. noch einen Lettner, der den Chor
(und damit die Priester, die dort saßen) vom Rest
der Kirche abtrennt. Der Lettner ist aus weißem
Kalkstuck und wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts
in die Kirche eingefügt. Ein Lettner ist im
evangelisch-lutherischen Norden eher selten, da er
natürlich im krassen Gegensatz zur lutherischen
Liturgie (in der die Predigt zur Gemeinde das einzig
Wichtige ist) steht. Ein sehr schönes Kunstwerk ist
das Grabmal König Friedrich I., welches am
östlichen Ende des nördlichen Seitenschiffs
seinen Platz gefunden hat. Ursprünglich stand
es wohl direkt im Chor. Die Schrifttafel am Fußende
des Grabmals zeigt ein Gesicht, dessen klagender Gesichtsausdruck
beklemmend naturgetreu ist.

Zur alten
Ausstattung gehört auch der sog. Bordesholmer Altar
von Brüggemann (vollendet 1521), der in seiner
Größe
(mehr als 12m hoch und mehr als 7m breit) und den
figürlichen Darstellungen seinesgleichen sucht.
Weiterhin befinden sich noch einige Epitaphe aus
späterer Zeit (Barock). Bemerkenswert sind auch
die schmückenden Wand- und Deckenmalereien, die sowohl
Pflanzendekor (entlang der Gewölberippen) als auch
Szenen der Bibel beinhalten. Aus neuerer Zeit sind die
Glastüren des Südportals, durch das man
St. Peter gewöhnlich betritt; sie sind mit schönen
Griffen versehen, die die Bildsymbole der vier Evangelisten
zeigen.