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Hildesheim ist ein Städtchen mit einigen
überragenden Zeugnissen aus dem frühen
11. Jahrhundert. Zu dieser Zeit war
Bernward
Bischof von Hildesheim und nach seinen Vorstellungen
wurde die Kirche St. Michael gebaut. Der Dom von
Hildesheim ist ebenfalls sehr sehenswert. Das Bauwerk
hat im Laufe der Jahrhunderte große Wandlungen
durchlaufen und verfügt über eine großartige
Innenausstattung. Die Stadt Hildesheim wurde im zweiten
Weltkrieg sehr stark zerstört, ein Großteil
des Zentrums wurde in den fünfziger Jahren wieder
aufgebaut. Die wertvollsten Gebäude wurden renoviert
oder vollständig neu aufgebaut und bilden somit
historische Inseln inmitten einer modernen Stadt.
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St. Michael:
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Die Kirche St. Michael
ist eines der herausragenden Baudenkmäler der Romanik.
Zusammen mit dem Dom in Hildesheim wurde sie
zum Unesco Weltkulturerbe erklärt. Erbaut wurde St. Michael
unter Federführung des Bischofs Bernward von 1001 bis
1033. Bernward, der während der Bauzeit 1022 starb,
wurde in der Krypta beigesetzt. Der Bau wird von streng
geometrischen Grundfiguren bestimmt und ist ein Nachbau des
himmlischen Palastes, so wie man ihn sich im Spätmittelalter
vorstellte. Das Langhaus besitzt am West- und Ostende
jeweils ein Querschiff, welche wiederum an Nord- und
Südseite von einem Turm begrenzt werden. Ebenso besitzt
das Bauwerk einen kleinen Ostchor und einen sehr viel
größeren Westchor mit Umgang. Unter dem Westchor
befindet sich die Krypta, die nur von außen zugängig
ist.
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Im Inneren
fällt das System der Basilika ins Auge. Die Grundform
ist das Quadrat (nur mit Spitzbögen lassen sich
rechteckige Flächen überspannen). Der typisch
niedersächsische Stützenwechsel zeigt sich
an den Pfeilern des Hauptschiffes, auf zwei Säulen
(runder Grundriss) folgt jeweils
ein Pfeiler (quadratischem Grundriss). Der obere Abschluß
des Innenraumes wird nicht durch ein Gewölbe gebildet,
sondern von einer bemalten Holzdecke. Diese wurde um
1200 angefertigt und ist eine einmalige Malerei. Dargestellt
ist der Stammbaum Jesu beginnend bei Adam & Eva im
Paradies. Während des zweiten Weltkrieges wurde die
gesamte Decke ausgelagert, so daß sie beim Brand
der Kirche 1945 unversehrt blieb.
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Die Wände
des Hauptschiffs sind sehr schlicht gehalten, oberhalb
der Seitenschiffdächer gibt es einfache Fenster.
In den Querhäusern ist eine schöne Gliederung
der Wände zu sehen, es gibt eine Empore und im
oberen Bereich noch eine kleine Galerie. Die Farbgebung
in dunkelrot und weiß, die das Innenleben der
Kirche schmückt, ist typisch romanisch (man kann
sogar sagen, typisch römisch, wie ein Spaziergang
durch die Grabungsstätten von Pompeji zeigt).
Besonders in den Seitenschiffen, in denen die Fenster
der Obergaden fehlen, bemerkt man die Dunkelheit, die
in romanischen Basiliken vorherrscht. Erst zur Zeit
der Gotik beherrscht man den Bau von Wänden,
die sowohl stabil genug als auch sehr transparent sind.
Im östlichen Seitenschiff befindet sich ein Taufbecken
mit Deckel aus dem Jahre 1618 und eine Steinbüste
Bernwards aus dem 13. Jahrhundert.
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 Besonders bemerkenswert sind die Säulen,
die das Hauptschiff tragen. Die zwei östlichsten
der nördlichen Reihe stammen noch aus der Zeit
Bernwards und sind gekrönt von einem Musterbeispiel
eines ottonischen Würfelkapitells. Die anderen Säulen
entstammen den folgenden Jahrhunderten. Sie sind geschmückt
von Pflanzenornamenten und sehr schönen
Figuren. Diese frühen Zeugnisse der figürlichen
Darstellung sind in ihrer Schlichtheit sehr ausdrucksstark,
ebenso wie die der Bernwardstür im nahegelegenen
Dom.
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Dom:
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 Der Dom in
Hildesheim ist nicht zuletzt bekannt für seinen
angeblich tausendjährigen Rosenstock. Die erste Kirche
wurde hier bereits in karolingischer Zeit erbaut, seine
jetzige Form geht auf einen Bau zurück, der 1061
geweiht wurde. Der Dom wurde
zwar weitgehend im zweiten Weltkrieg zerstört,
ist jedoch wieder rekonstruiert worden und ist in
seiner Gesamtheit mit dem Kreuzgang und der Annenkapelle
im Innenhof sehr schön.
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Das Innere des Doms birgt einige einmalige und
prachtvolle Ausstattungsstücke. Hierzu
gehören vor allem die Bernwardsäule und
die Bernwardstür. Die Bernwardsäule wurde
um 1020 hergestellt und ist der Trajansäule in
Rom nachempfunden. Sie zeigt in spiralförmiger
Anordnung 24 Szenen aus dem Leben Christi. Die
Bernwardstür wurde 1015 aus Bronze gegossen.
Sie besteht aus zwei 4.72 m hohen und ursprünglich
1.20 m breiten Türflügeln. Sie hingen bis etwa 1033
noch an St. Michael.
Die Tür zeigt sechzehn Reliefs aus der Bibel,
von Adam und Eva im Paradies bis zur Auferstehung
Christi. Die figürlichen Darstellungen sind trotz
oder gerade wegen ihrer Schlichtheit unglaublich
ausdruckstark. Der Dom beherbergt noch einige
weitere Kostbarkeiten, u.a. ein bronzenes Taufbecken
von ca. 1225 und einen großen Radleuchter aus
Kupferblech, der zwischen 1055 und 1065 angefertigt
wurde. Es ist ein Musterbeispiel für die
von Sedlmayr
beschriebenen Leuchter als Sinnbild
für die Himmlische Stadt.
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Knochenhauer Amtshaus:
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 Das Amtshaus
der Knochenhauer am Marktplatz von Hildesheim, direkt
gegenüber vom Rathaus, galt bis zum zweiten Weltkrieg
als eines der schönsten Fachwerkhäuser der Welt.
Im Krieg wurde es jedoch vollständig zerstört, die Reste
wurden abgetragen. Erst in den achtziger Jahren begann man,
einen Neuaufbau des Hauses anzugehen. Nun steht es wieder
an seinem angestammten Platz. Die zahlreichen Bemalungen
auf den Holzflächen wurden nicht exakt rekonstruiert,
stattdessen wurden neue, moderne Bilder geschaffen. Die
zahlreichen Darstellungen von Krieg und vom Tod (als Knochenmann)
knüpfen an die mittelalterliche Gedankenwelt an und schlagen
eine Brücke zu Themen der heutigen Zeit.
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Literatur:
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Einige
Informationsquellen über Hildesheim und seine
Gebäude:
St. Michael zu Hildesheim. Verlag Gebrüder Gerstenberg,
Hildesheim, 1978. ISBN: 3-8067-8035-8.
Der Dom zu Hildesheim. Verlag Schnell & Steiner GmbH,
Regensburg, 8. Auflage, 1996. ISBN: 3-7954-5206-6.
Die Bernwardstür in Hildesheim. Wulf Schadendorf. R. Piper
& Co Verlag, München, 1956.
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Anregungen,
Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.
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