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Der Bezirk Hamburg Nord umfaßt einen schmalen
Landstrich direkt nördlich der Außenalster,
die Altbaustadtteile Winterhude und Eppendorf gehören
ebenso dazu wie die City-Nord der 70er Jahre, der Stadtpark
und der riesige Ohlsdorfer Friedhof ebenso wie der
Flughafen Fuhlsbüttel. Offensichtlich einer der
Bezirke mit der größten baulichen Bandbreite.
Hier finden sich die bedeutendsten Bauprojekte der
Weimarer Republik, die Wohnsiedlungen Dulsberg
und die Jarrestadt, genauso wie der von Fritz Schuhmacher
gestaltete Stadtpark.
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Jarrestadt:
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Jarrestadt
nennt man allgemein die große Wohnsiedlung,
die Ende der zwanziger Jahre zwischen Jarrestraße,
Glindweg, Wiesendamm und Goldbekkanal
errichtet wurde. Zunächst gestaltete Oberbaudirektor
Fritz Schuhmacher den Straßenplan der Siedlung,
es folgte 1926 ein Wettbewerb, der sicherstellte,
daß die Siedlung einem Gesamtkonzept folgte,
wobei jeder Wohnblock jedoch durch einzelne Architekten
gestaltet wurde. Auf diese Weise entstand bis 1929 eine insgesamt
geschlossene Siedlung, die jedoch nicht aus eintönigen
Gebäuden besteht. Gemeinsam ist den Häusern
der typische dunkelrote Klinker, die Flachdächer,
weiße Speichenfenster und die horizontale Gliederung
der Fassaden. Die einzelnen Komplexe bilden
meistens einen großen Innenhof, der jeweils als soziales
Zentrum für die Bewohner konzipiert ist. Hier befand
sich oftmals das gemeinsame Waschhaus (mittlerweile besitzen
die meisten Bewohner offenbar ihre eigenen Waschmaschinen,
ein schönes Waschhaus ist noch im Otto-Stolten-Hof
zu sehen), mittlerweile gibt es in einigen Höfen
Spielplätze. Das Zentrum der Jarrestadt bildet ein
sehr großer, quadratischer Komplex mit parkähnlichem
Innenhof, der Bau wurde von Karl Schneider entworfen.
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  Bei näherer
Betrachtung fällt bei der Jarrestadt die unglaubliche
Freude der Architekten am Spiel mit der Horizontalen auf.
Ähnlich, wie man in der Gotik die technischen
Möglichkeiten bis ans Ende des Machbaren ausreizte,
um in die Senkrechte zu bauen und den Eindruck des
in die Höhe Schwebens zu erzeugen, wird hier mit
den Möglichkeiten des neuen Werkstoffs Beton
umgegangen. Dabei wird der Eindruck des Schwebens jedoch
nicht durch ein immenses Höhenstreben erweckt,
sondern durch die spielend leichte Überwindung
der Schwerkraft in der Horizontalen. Weite Durchfahrten,
von geraden Decken überdeckt, Balkons, die
keiner Stütze nach unten bedürfen, ebenso
wie Decken und Fassadenzier, an deren Unterseiten
schwere Klinkersteine hängen und die somit einen
Himmel aus Ziegeln bilden. Ein Musterbeispiel dieses
Schwebens bildet auch die große Figur am Kranzhaus, die auf
einem dünnen, horizontal aus der Fassade ragenden
Betonträger steht, unter dem ein in Bronze ausgeführter
Kranz der Schwerkraft trotzt. Diese Art des Bauens verursacht
jedoch in heutiger Zeit vermehrt Restaurationsaufwand,
insbesondere scheinen die unten hängenden Backsteine doch
allmählich der Schwerkraft zu unterliegen, wie
einige Hauseingänge in der Meerweinstraße
zeigen.
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Im Osten
schließt sich an die eigentliche Jarrestadt
ein Gebiet an, in dem von 1929 bis 1930 die "Reichsforschungsstelle
für die Wirtschaftlichkeit im Bauwesen" einige
Wohnungsbaukonzepte testete. Das Gebiet ist geprägt
von Häusern in Zeilenbauweise, einige von ihnen
haben Laubengänge auf jedem Stockwerk. In dieser
Gegend wurden
mittlerweile unter den Grünflächen zwischen den
Häuserzeilen Tiefgaragen gebaut, da es in der
Jarrestadt wie in allen Altbausiedlungen an Parkplätzen
mangelt. Zur Bauzeit der Siedlung wurden hier jedoch
keine wesentlichen
Erkenntnisse für den Wohnungsbau gewonnen, insgesamt
mußte man für die Jarrestadt feststellen,
daß die aufwendige Gestaltung der Häuser
zu höheren Mieten führte, so daß die
Teile der Bevölkerung, für die man hier Wohnraum
schaffen wollte, nicht hier einziehen konnten [Hipp].
Andererseits ist die Jarrestadt bis heute ein
gefragtes Wohngebiet, nicht zuletzt durch die Nähe
zu Alster, Stadtpark und zum belebten Teil Winterhudes.
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Literatur:
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Hamburg. Hermann Hipp. Dumont Kunstreiseführer,
Dumont Verlag, 1999,
ISBN: 3-921939-88-7. Herrmann Hipp ist Professor
für Kunstgeschichte und ein Kenner eines
jeden Bauwerkes der Stadt.
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Links:
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Fast alle Informationen in und um Hamburg gibt es auf
der Hamburg Website zu finden, von aktuellen
Veranstaltungen bis hin zu Berhördeninformationen.
Einige persönliche Tips gibt es in meinen privaten
Webseiten, in denen Hinweise zu
Cafés, Bars & schönen Plätzen zu finden sind, also alles, was man
für einen angenehmen Aufenthalt noch so brauchen
kann.
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Anregungen, Lob & Kritik nehme ich gerne entgegen.
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