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Der Bezirk Hamburg Mitte umfaßt nicht nur die geographische
Mitte der Stadt, in ihm befindet sich auch des touristische
Zentrum, gebildet durch die Alt- und Neustadt. Das Zentrum
lädt nicht nur zum Einkaufsbummel, sondern bietet
auch weltbekannte architektonische Highlights. Hier finden
sich die bedeutsamsten Bauwerke von Fritz Höger,
die mittelalterlichen und barocken Kirchen Hamburgs,
die Speicherstadt und die großen Kontorhäuser
mit ihren wundervollen Treppenhäusern.
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Broschekhaus:
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   1926 wurde nach
dem Entwurf von Fritz Höger das Verlagshaus Broschek
errichtet. Hier wurde das Hamburger Fremdenblatt verlegt,
die damals meistgelesene Tageszeitung der Stadt. Der Bau
ist ein Juwel des von Höger maßgeblich
geprägten Expressionismus in der Architektur. Die
plastisch hervortretende Klinkergestaltung mit ihren
golden bemalten Zierstücken und die dichtstehenden
Pfeiler, die den Blick in die Höhe lenken, sind
ein Musterbeispiel dieser Stilrichtung.
1976 bis 1981 erfolgte die Neubebauung des restlichen
Blocks mit einer Einkaufspassage (Hanseviertel), die sich
mit ihrer Backsteinfassade an der Alten Post und am
Broschekhaus orientiert. Bei den Baumaßnahmen
wurde das Broschekhaus von Gerkan, Marg und Partner
zu einem Hotel umgestaltet, es wurde auch eine kleine
Bronzeplastik in einer Wandnische installiert,
die Fritz Höger zeigt.
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Chilehaus:
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 Das Chilehaus ist
eines der herausragendsten und bekanntesten Stücke
Hamburger Architektur. Es wurde als Kontorhaus für
Henry Sloman erbaut, der einen Großteil seines
Reichtums durch den Handel mit Chile-Salpeter erworben
hatte. Dieser Umstand erklärt auch die frühe
Bauzeit direkt nach dem ersten Weltkrieg, da Sloman
weder durch den Krieg noch durch die Inflation große
Verluste hinnehmen mußte. Die Entwürfe
stammen von Fritz Höger, der auch den
Sprinkenhof und das Broschekhaus konzipiert hat. Der Grundriß des
Chilehauses hat näherungsweise die Form eines Bootes,
ein spitzer Winkel bildet den Bug, ausladende Seitenlinien
führen zu einem geraden Abschluß, dem Heck des
Schiffes. Die Bootsform wird auch am Gebäude selbst
konsequent weiterentwickelt, insbesondere die Galeonsfigur
am Bug und die Staffelgeschosse als Decksaufbauten
bekräftigen den Schiffscharakter.
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 Der
Skulpturenschmuck des Gebäudes stammt aus der Hand
des Bildhauers Richard Kuöhl, der in dieser Zeit
für die meisten Kommunalbauten die Bauplastik
erstellt hat (weitere Beispiele sind die Bugenhagenkirche,
die Schulen Rübenkamp und Tieloh, das Johanneum,
das Holthusenbad, die Krugkoppelbrücke, die Davidwache,
auch das umstrittene Gefallenendenkmal am Dammtor stammt
aus seiner Hand). Hervorzuheben ist hier
die Galeonsfigur des Chilehauses, ein Kondor, der als
Symbol für die chilenischen Anden steht. Nach Hipp ist
dieser Kondor ein direktes Zitat des HAPAG-Dampfers
'Imperator' und von dessen imperialistischer Adler-Galion.
Hingewiesen sei noch auf eine Knabenfigur am Durchgang
Fischertwiete, die ein Modell des Chilehauses trägt,
eine schöne Anspielung an die Stifterstatuen
mittelalterlicher Kirchen.
Der Skuplturenschmuck setzt ansonsten nur unauffällige
Akzente. Der Gesamteindruck der Fassaden wird vom geschickten
Einsatz von Klinkersteinen geprägt, die eine vertikale
Gliederung der Fassade vornehmen. Sehenswert sind auch die
Treppenhäuser: Es finden sich hier hübsche Skulpturen
auf den Treppengeländern und original erhaltene alte
Firmenschilder im Eingangsbereich.
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Meßberghof:
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  Südlich
des Chilehauses und somit direkt am Wasser
befindet sich der Meßberghof, ein Kontorhaus, das
von den Brüdern Hans und Oskar Gerson errichtet
wurde. Das Gebäude wurde von 1923 bis 1924 gebaut
und ist in seiner äußeren Form einer
gotischen Kirche nachempfunden. Die nach Westen ausgerichtete
Hauptfassade des schmalen, hohen Hauses wird von drei
großen und zwei kleinen Portalen geziert, ähnlich
den Haupt- und Nebenschiffseingängen einer Kathedrale.
Die seitlichen Flanken sind zu Strebepfeilern gegliedert, der
nördliche Eingang wird von Maßwerk geschmückt,
das den Tod als mittelalterlichen Knochenmann zeigt, jedoch
in einer sehr moderner Gestalt.
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 Im ersten
Stockwerk waren lange Jahre leere Sockel an der
Fassade zu sehen, auf denen bis in die sechziger Jahre
einige Skulpturen zu sehen waren. 1996 bis 1997 wurden
dort neue Bronzefiguren von Lothar Fischer installiert,
die er Enigma-Variationen nennt und die
gelegentlich einen starken afrikanischen Einfluß
vermuten lassen. Zwischen zwei Portalen der Westfassade
weist eine Gedenktafel auf ein trauriges Kapitel der
Geschichte dieses Hauses hin: Hier befand sich der Sitz
der Firma Tesch & Stabenow, die die Konzentrationslager
der Nazis mit den giftigen Chemikalien belieferte, die
zum Mord an Millionen von Häftlingen benutzt wurden.
Im Inneren des Meßberhofes befindet sich eines
der schönsten Treppenhäuser der Stadt, dessen
Kern eine rhytmisch angelegte Wendeltreppe bildet.
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Sprinkenhof:
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  Der Sprinkenhof,
der seinerzeit größte Bürokomlex Hamburgs,
wurde von Fritz Höger gemeinsam mit Hans und Oskar
Gerson entworfen. Er umfaßte damals Läden,
Wohn- und Lagerräume, eine gemischte Nutzung, die
durchaus ungewöhnlich ist für die Kontorhausbauten
des Quartiers. Das Haus umschließt drei Innenhöfe,
durch den großen, mittleren Hof führen zwei
Staßen, die auch die Zufahrt zur Tiefgarage bilden.
Das Gebäude wurde in drei Abschnitten errichtet,
der Mittelteil entstand 1927 bis 1928, der westliche
Teil wurde 1930 bis 1932 errichtet. Der Ostbau wurde
1939 bis 1943 von Fritz Höger alleine kreiert,
Hans Gerson war 1931 verstorben, Oskar Gerson war das
Bauen aus rassistischen Gründen verboten worden
(siehe Hermann Hipp).
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 Der Bau
selbst ist in dem für Höger typischen
expressionistischen Stil gehalten, auch hier wurde der
dunkle Klinker zu einer plastischen, dekorativen
Fassadengestaltung verwendet. Die Außenwände
des Komplexes zieren Wappen, die in mittelalterlicher
Formensprache vom Handel und Verkehr erzählen,
die Fassaden des Innenhofes werden von regelmäßigen
geometrischen Mustern geschmückt, in denen
golden bemalte Klinker die Akzente setzen. Im Sprinkenhof
sind auch noch die ursprünglichen, gewölbten
Fensterscheiben zu sehen, die den Bauten Högers
einen etwas eigentümlichen, trutzigen Eindruck verliehen.
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Literatur:
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Hamburg. Hermann Hipp. Dumont Kunstreiseführer,
Dumont Verlag, 1999,
ISBN: 3-921939-88-7. Herrmann Hipp ist Professor
für Kunstgeschichte und ein Kenner eines
jeden Bauwerkes der Stadt.
Hamburger Treppenhäuser. Bernd Allenstein, Michael Pasdzior.
Zeiseverlag, 1997, ISBN: 3980568784. Ein schöner
Bildband, in dem auch das Innenleben der Kontorhäuser
zu sehen ist.
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Links:
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Zu den Architekten Hans und Otto Gerson finden sich
Informationen und einige Bilder im Architekturarchiv.
Eine Biographie Fritz Högers ist in der archINFORM Datenbank einzusehen.
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Anregungen, Lob & Kritik nehme ich gerne entgegen.
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