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Seit nunmehr 30 Jahren bin ich in Hamburg zu Hause.
Dabei lernt man natürlich den einen oder anderen
schönen Platz kennen. Und auch einige nette
Lokalitäten, in denen man tolle Cocktails oder
gutes Essen bekommt. Oder wo man einfach nur nett sitzen
kann. Einige davon stelle ich einfach mal vor. Weitere
schöne Gebäude finden sich auf meiner
Hamburg Seite in der
Architektur-Sektion.
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Bars & Pubs:
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Christiansen, Fischmarkt.
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Nach einigen Besitzerwechseln heißt diese Bar
nun Christiansen's und ist besser als je zuvor.
Der Besitzer ist ein Barkeeper, wie er im Buche steht,
und das Personal ist nett bis morgens um 6:00.
Die Cocktails sind erstklassig, eine der Spitzenbars
in Deutschland. Am Wochenende proppevoll, in der Woche
eher ruhig und sehr angenehm.
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Bambus, Brüderstraße, Großneumarkt.
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Der Name ist Programm: Jedes Einrichtungsstück besteht
aus Bambus, selbst der Tresen. An der Wand sorgen einige
nette Bilder von Cuba für noch mehr Südsee-Feeling.
Die Bar ist ein Ort der Ruhe, niemals laute Musik, selten
überfüllt. Leider nur freitags und samstags
geöffnet, aber wer will, kann den Laden auch mal mieten.
Die Cocktailauswahl ist riesig, die Cocktails sind seit Jahren
durchgehend gut, die Preise sind günstig. Prima.
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Amphore, Hafenstraße.
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Was für ein Ausblick. An schönen Tagen kann
man draußen in der Sonne sitzen und auf die Elbe
sehen. Hier läßt sich's frühstücken
bis nachmittags um drei. Sehr, sehr nettes Personal,
ein solides, nicht exotisches Frühstück,
und auch am Sonntag gibt's kein Brunch, so daß man
sich auch sonntags hier nicht drängeln muß.
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Trotzdem, Kanalstraße.
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Seit vielen Jahren schon an diesem Ort und immer
gut besucht, aber kein Gedrängel. Das Personal
ist immer freundlich, die Speisekarte zeigt Kleinigkeiten,
die man nirgendwo anders in dieser Art findet:
Jaffels (= Toasts), Klappstulle (= Brot mit Frikadelle),
Gemüsedips (von denen man satt wird). Bei den
Getränken interessante Variationen, um nur zwei
zu nennen: Bananenweizen und Elbwasser (der dunkle
Bruder vom Alsterwasser). Und auf dem Tresen die guten
Haribo-Behälter; der Nachhauseweg fällt mit einer
Wegzehrung in Form von weißen Mäusen oder
Salinos doch deutlich leichter...
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Golden Pudel Club, Hafenstraße.
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Independent bis zum Abwinken. Hier gab's bis vor kurzem noch
Drehtrink (die Plastikflaschen, die man aus seiner Kindheit
noch kennt). Ansonsten Bier in Flaschen, alles in etwas
schmuddeliger Atmosphäre. Im Anzug ist man hier völlig
fehl am Platze. Öfter mal Livemusik, auf jeden fall
immmer sehr innovative Musik. Jeden Tag etwas anderes,
prima, um mal neue Sachen in die Ohren zu kriegen.
Ein Muß in der Musikszene.
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Ahoi, Hafenstraße.
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Es mußte in Hamburg einfach einen Laden mit diesem
Namen geben. Hier ist er: Einigermaßen renoviert,
doch zum Glück immer noch nicht nobel. Nette Leute
hinterm Tresen legen lustige Musik auf, merkwürdige
Bilder werden an die Wände und Decke projiziert.
Etwas abgefahren, aber nett.
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Havanna Bar, Fischmarkt.
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Auch ein Negativbeispiel darf nicht fehlen in dieser
Liste. Hier ist es. Eigentlich könnte die Welt
so schön sein. Die Havanna-Bar ist definitiv
eine der schönsten Bars in Hamburg. Ein hoher Raum
mit Ventilatoren an der Decke, ein unglaublich dekorativer
Tresen, Palmenatmosphäre, hübsches Publikum.
Auch die Cocktails sehen nach was aus. Unglaublich
dekoriert mit allen Früchten,
die man in der Südsee finden kann. Dieser Obstsalat
kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen,
daß klassische Cocktails hier grottenschlecht
gemixt werden. Dann lieber einmal in den Laden hineinsehen
und zum Trinken weiterschlendern in die Orkanbar gegenüber.
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Café Fes, Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall.
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Das schönste Café in Hamburg. Der Museumsinnenhof wird
von einem Glasdach überspannt, unter dem man auch im Winter
inmitten von Palmen sitzen kann. Sonntags gibt es Brunch, leider
immer ausgebucht (bis zu zwei Wochen vorher bestellen, wenn man
mit mehreren Leuten kommen will) und etwas überfüllt,
aber sehr gutes Essen. Tip: Lieber am Samstag hingehen, da gibt
es zwar keinen Brunch, aber immer noch ein gutes Frühstück,
und das in sehr ruhiger Atmosphäre.
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Café Canale, Pölchaukamp.
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Ein kleines, ruhiges Café, von außen sehr unscheinbar.
Im Hinterhof kann man bei gutem Wetter jedoch draußen
sitzen und von drinnen kann man schön auf den Kanal
schauen. Das Frühstück ist nicht spektakulär,
aber gut, die stilvolle Einrichtung sorgt dafür, daß
man gerne ein Stündchen länger hier sitzt.
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Doc Cheng's, Neuer Jungfernstieg.
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Unten im weltberühmten Hotel Vierjahreszeiten
gibt es ein Restaurant mit Bar namens Doc Cheng's. Und
die Bar hat es auf ihre Weise in sich. Hier gibt es gute
Cocktails, natürlich alle Klassiker und einige
Exoten. Cocktails mit Grüntee, Guavensaft oder gar
Wasabi finden sich auf der Karte. Und sehr gepflegt, wenn
auch manchmal das Sehen und Gesehenwerden
einen Teil der Atmosphäre ausmacht.
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Bar Migeel, Winterhuder Weg.
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Eine nette kleine Bar, sehr persönlich, manch
netter Cocktail, den es anderswo nicht gibt, und ein
hervorragender Barmann und Besitzer. Mein zweites
Wohnzimmer, sehr zu empfehlen.
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Schöne Plätze:
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Planetarium, Stadtpark.
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Dies ist der ruhige Teil des Stadtparks. Direkt am riesigen
Brunnen (eher ein Teich, die Wasserpumpen sind fast nie an)
finden sich einige Bänke, auf denen sich's gut aushalten
läßt. Hundebesitzer marschieren vorbei, ältere
Menschen ruhen sich aus. Hier habe ich viele Stunden meines
Studiums über Büchern verbracht. Wenn das Wetter
mitspielt, bietet die angrenzende kleine Wiese Gelegenheit
zu einem Sonnenbad (ohne den Lärm und das hektische
Treiben der großen Wiese des Statdparks).
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Aussichtsplatz, Alter Elbtunnel.
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Geht man von den Landungsbrücken durch den alten
Elbtunnel und hält sich gleich links, wenn man
den Zoll passiert hat, so gelangt man zu einem Aussichtspunkt
erster Güte. Das ganze Panorama von Hamburg läßt
sich hier über die Elbe erblicken. Ist der Platz auch
am Wochenende von Touristen bevölkert, so kann man hier
bei stürmischem Wetter und in der Woche doch mal so richtig
ausspannen.
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Tropengewächshaus, Planten un Blomen.
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Nicht wirklich unbekannt, aber einer der schönsten Plätze
Hamburgs, ist das Tropengewächshaus im alten botanischen
Garten. Im Gewächshaus diverse Abteilungen, jede mit
ihrem eigenen Klima (von tropisch-schwül bis
eher kühl), vor dem Gewächshaus einige Terrassen,
zum ehemaligen Burggraben hin abfallend. Hier stehen
gemütliche Stühle und laden dazu ein, nach der
Hektik in der Innenstadt noch ein wenig zu verweilen.
Das ganze Ensemble wurde kürzlich unter Denkmalschutz
gestellt, so daß dieser Platz wohl noch lange erhalten
bleibt. Schööön...
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Botanischer Garten, Klein Flottbek.
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Die von der Hansestadt wirklich nicht verwöhnte
Universität bietet der Allgemeinheit vielerlei
Wundervolles zum Nulltarif. Zum Beispiel den Besuch im
Botanischen Garten. Eine sehr schöne Anlage, im
See einige künstliche Inseln mit Parkbänken
(auf meiner Lieblingsinsel wachsen 3 Gingko-Bäume
und eine Araucarie) und sogar einige Redwood-Bäume.
Dazu ein sehr engagiertes Programm mit Führungen
durch den Garten, Pflanzentauschbörse und
Sommerkonzerten im großen Gewächshaus
(in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik
und Theater). Wenn man Pflanzen mag, ein absolutes
Muß.
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Kontorhausviertel, Innenstadt.
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Südlich der Steinstraße zieht sich ein Viertel mit
Kontorhäusern aus den 1910'er und 20'er Jahren.
Das berühmteste ist wohl das Chilehaus, das von
Fritz Höger für den Salpeterhändler Henry
Sloman entworfen wurde. Direkt gegenüber der Meßberghof,
in dem sich eines der schönsten Treppenhäuser der
Welt befindet. Und von dem aus auch eines der schrecklichsten
Kapitel der deutschen Geschichte geschrieben wurde: Hier befand
sich die Firma, die die Konzentrationslager der Nazis mit
den Chemikalien belieferte, mit denen Millionen von Häftlingen
getötet wurden. Einige kleine Läden gibt
es hier, einige Wohnhäuser (die zur Architektur des
dritten Reiches gehören), eine bunte Mischung. Leider
kein Platz zum Verweilen (bis auf das Café in der Spitze des
Chilehauses), aber immer einen Blick wert.
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Anregungen,
Lob und Kritik nehme ich gerne entgegen.
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